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„Eine Erfolgsgeschichte“

Sudha David-Wilp vom German Marshall Fund (GMF) über das moderne Deutschland und seinen Weg der Wiedervereinigung.

02.10.2020
Sudha David-Wilp, stellvertretende Direktorin des Berliner Büros des GMF
Sudha David-Wilp, stellvertretende Direktorin des Berliner Büros des GMF © GMF

„In den frühen 1990ern, kurz nach dem Fall der Berliner Mauer, kam ich während meines College-Auslandsjahrs nach Berlin. Die Unterschiede zwischen West- und Ostdeutschland waren offensichtlich, aber Maßnahmen wie zum Beispiel Investitionen in die Infrastruktur haben dazu beigetragen, die Unterschiede auszugleichen. 2011 kehrte ich nach Berlin zurück, um dort für den German Marshall Fund der Vereinigten Staaten zu arbeiten. Schon damals konnte man nicht zwingend zwischen West- und Ostdeutschland, zwischen den sogenannten ‚Wessis‘ und ‚Ossis‘ unterscheiden.

Wenn man aber genauer hinschaut, verbleiben ein paar Unterschiede, zum Beispiel niedrigere Durchschnittslöhne im Osten. Die deutsche Wiedervereinigung bleibt ein laufender Prozess und ist zugleich eine Erfolgsgeschichte. Dafür war eine gesamtgesellschaftliche Anstrengung nötig.

In Europa haben Befürchtungen vor einer deutschen Vormachtstellung nicht angehalten. Deutschland wird seinen demokratischen Werten wahrhaftig gerecht und ist fest verankert in seinen Bündnissen wie der Europäischen Union und der NATO. In der aktuellen Corona-Pandemie verdeutlicht Bundeskanzlerin Merkel mit Nachdruck, dass man den Wert der modernen deutschen Demokratie schätzen sollte. Sie ist in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) aufgewachsen und kann sich an ein anderes Deutschland erinnern.“

Sudha David-Wilp kam im September 2011 zum Berliner Büro des German Marshall Fund (GMF). Sie betreut Digitalisierungsthemen im transatlantischen Austausch, ebenso das Congress-Bundestag Forum des GMF, ein gemeinsames Programm mit der Robert Bosch Stiftung. Vor ihrem Wechsel nach Berlin war sie fast acht Jahre lang Direktorin für internationale Programme der Organisation für ehemalige Mitglieder des US-Kongresses FMC in Washington.

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