US-Wahl: „Wieder gemeinsam“

Bundespräsident Steinmeier über neue Chancen in den transatlantischen Beziehungen nach der Wahl Joe Bidens zum US-Präsidenten.

Bundespräsident Steinmeier im Oktober 2019 in Boston
Bundespräsident Steinmeier im Oktober 2019 in Boston dpa

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier macht deutlich, dass Deutschland vielfältige Hoffnungen mit der Wahl Joe Bidens zum 46. Präsidenten der Vereinigten Staaten verbindet. In „drei großen Fragen“ zeigten sich neue Chancen der transatlantischen Zusammenarbeit.

Wert der Demokratie

Der Bundespräsident fordert in einem Gastbeitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“: „Nutzen wir die Chance, gemeinsam mit einem von Joe Biden regierten Amerika die Demokratie und die Kraft der Vernunft in unseren Gesellschaften zu erneuern.“ Es gelte, Demokratie nicht für selbstverständlich zu halten, sondern über Ländergrenzen hinweg an ihr zu arbeiten. „In diesen Fragen sind wir unterwegs ins Offene, Amerikaner, Deutsche, Europäer, alle Demokraten – nun wieder gemeinsam.“

Stärke der Zusammenarbeit

Mit der Rückkehr der USA zu gemeinsamen Idealen biete sich „die Chance, der Erosion der internationalen Ordnung Einhalt zu gebieten. Statt einer Welt, in der sich jeder nur selbst der Nächste ist, haben wir die Chance, die Logik der Zusammenarbeit neu zu beleben.“ Als konkrete Beispiele nennt Steinmeier die Zusammenarbeit in der Nato und der Welthandelsorganisation, beim Klimaschutz und der Eindämmung des iranischen Nuklearprogramms sowie angesichts der Corona-Krise: „Kein Land fehlt so sehr wie die Vereinigten Staaten, um wirklich als Weltgemeinschaft auf die Pandemie eine Antwort zu geben.“

Ein Europa, dessen Gemeinschaft für die USA zählt

Steinmeier verbindet mit Biden auch „die Chance eines amerikanischen Partners, der die Zusammenarbeit der europäischen Demokratien in der Europäischen Union wieder als wertvolles und verbindendes Projekt sieht“. Der Bundespräsident betont: „Wir Deutsche müssen verstehen, dass ein starkes Europa unsere Investition in dieses transatlantische Verhältnis ist. Erst dann hat unsere Partnerschaft mit Amerika wieder eine strategische Klammer, die auch Differenzen in einzelnen Politikbereichen aushalten wird.“

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