„Kontinuität und Veränderungen“

Steven E. Sokol, Präsident des American Council on Germany, über die transatlantischen Beziehungen und Deutschland ohne Kanzlerin Merkel.

Joe Biden und Angela Merkel beim letzten USA-Besuch der Kanzlerin
Joe Biden und Angela Merkel beim letzten USA-Besuch der Kanzlerin picture alliance/dpa/Bundesregierung

„Die Meinung der Amerikaner zu Deutschland ist – unabhängig von ihren politischen Lagern – in den vergangenen fünf Jahren überwiegend positiv geblieben. Selbst als die deutsche Sicht auf die USA recht negativ wurde, dachten die Amerikaner weiterhin positiv über Deutschland, und Umfragen zeigen, dass sie nach Möglichkeiten für eine stärkere Zusammenarbeit suchen.

Diese Konstanz kann zu einem großen Teil Kanzlerin Merkel zugeschrieben werden. Da sie mit vier US-Präsidenten zusammengearbeitet und dazu beigetragen hat, eine Reihe großer Krisen zu bewältigen – insbesondere die Finanzkrise von 2008, den Zustrom von Migranten im Jahr 2015 und zuletzt die Pandemie – hat sie in den Vereinigten Staaten ein positives Presse-Echo erhalten. Sie wurde wiederholt als Anführerin Europas bezeichnet und in den Anfangsjahren der Trump-Administration von vielen gelobt als moralische Anführerin des Westens und prominenteste Verteidigerin globaler westlicher Werte.

Steven E. Sokol
Steven E. Sokol Brian Cohen

Mögen aktuell noch viele Amerikaner die kommende Bundestagswahl nicht genau verfolgen – außenpolitischen und wirtschaftlichen Kreisen ist sehr bewusst, dass mit dem Ende der Merkel-Ära auf Amerika Veränderungen in der deutschen Politik zukommen, unabhängig vom Wahlausgang im September. Der oder die nächste Kanzlerin wird eine steile Lernkurve durchlaufen, aber die meisten Amerikaner erwarten Kontinuität in den bilateralen Beziehungen.

Deutschland und die USA können voneinander lernen und so gemeinsame Herausforderungen bewältigen

Steven E. Sokol, Präsident des American Council on Germany

In unserer Arbeit als American Council on Germany und durch transatlantische Umfragen wird deutlich, dass Amerikaner Deutschland im Jahr 2021 als wichtigen Partner sehen, bei Klimawandel und Nachhaltigkeit, bei globaler Gesundheit (zuletzt bei der Impfstoff-Kooperation von Biontech und Pfizer), bei der Stärkung von Demokratie und Sicherheit durch die NATO und bei der Bewältigung der digitalen Spaltung. Bei diesen und vielen anderen Themen können Deutschland und die USA nicht nur auf Bundesebene zusammenarbeiten, sie können auch auf regionaler und lokaler Ebene voneinander lernen –  und so gemeinsame Herausforderungen bewältigen und gemeinsame Chancen nutzen.“

© www.deutschland.de

Du möchtest regelmäßig Informationen über Deutschland bekommen? Hier geht’s zur Anmeldung: