Angela Merkel – die Kanzlerin

Die erste Kanzlerin regiert Deutschland seit fast 16 Jahren. Wir zeigen ihre politische Karriere in Bildern.

Angela Merkel
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Angela Merkel wurde am 17. Juli 1954 in Hamburg geboren. Wenige Wochen später trat ihr Vater eine Pfarrstelle in der damaligen DDR an und die Familie zog in den Osten Deutschlands, hinter den „Eisernen Vorhang“. Sie promovierte in Physik und schloss sich in der Wendezeit dem „Demokratischen Aufbruch“ an. Angela Merkel war 2005 die erste Frau, die zur deutschen Bundeskanzlerin gewählt wurde und die erste ehemalige DDR-Staatsangehörige in diesem Amt.

Der Weg ins Kanzleramt

 

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Regierungssprecherin in der DDR – in der Wendezeit der DDR trat Angela Merkel 1989 in den „Demokratischen Aufbruch“ (DA) ein und wurde 1990 stellvertretende Regierungssprecherin in der ersten und auch letzten frei gewählten Regierung der DDR. 1990 schloss sich der DA und mit ihm Merkel der CDU an. Im Bild sitzt rechts neben ihr Bundesfinanzminister Theo Waigel, links DDR-Finanzminister Walter Romberg.


 

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Ministerin im Kabinett Helmut Kohls – 1991 ernannte Bundeskanzler Helmut Kohl Angela Merkel überraschend zur Ministerin für Frauen und Jugend. Zuvor hatte sie in ihrem Wahlkreis Stralsund-Rügen-Grimmen in Mecklenburg-Vorpommern das Direktmandat für den Bundestag gewonnen – wie seither bei jeder Wahl. Das Bild wurde 1992 auf dem CDU-Bundesparteitag in Düsseldorf aufgenommen.


 

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Frauen- und Jugendministerin blieb die promovierte Physikerin bis 1994. Hier empfängt sie 1991 in Bonn leukämiekranke Kinder aus Tschernobyl.


 

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Bundesumweltministerin, genauer Ministerin für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, wurde Angela Merkel nach dem Wahlsieg der CDU/CSU 1994.  Das Bild zeigt sie 1997 bei der Markierung von Specht-Bäumen mit dem damaligen Vorsitzenden des Nabu und heutigen Staatsekretär im Umweltministerium, Jochen Flasbarth.


 

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Parteivorsitzende der CDU wurde Angela Merkel am 10. April 2000. Nach dem Debakel der Union bei der Bundestagswahl 1998, die zu einer rot-grünen Bundesregierung unter Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) geführt hatte, war sie zuvor bereits CDU-Generalsekretärin geworden.


 

Die erste Bundeskanzlerin

 

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Der erste Wahlsieg – 2005 wählte der Bundestag Angela Merkel zur ersten Kanzlerin in der Geschichte Deutschlands. Am 22. November legte sie vor Bundestagspräsident Norbert Lammert den Amtseid ab. Sie führte ein Bündnis aus CDU/CSU und SPD, das in Deutschland traditionell „große Koalition“ genannt wird.


 

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Die erste Wiederwahl gelang Merkel 2009. Schon am Wahlabend war klar, dass sie Kanzlerin bleiben würde, nun allerdings in einer Koalition mit der FDP.


 

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Die zweite Wiederwahl, 2013, führte zu der dritten großen Koalition zwischen CDU/CSU und SPD in der deutschen Geschichte. Die alte und neue Kanzlerin wurde im Bundestag mit Blumen beglückwünscht.


 

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Die dritte Wiederwahl, 2018, führte zur Fortsetzung der großen Koalition. Merkel erhielt ihre Ernennungsurkunde als Bundeskanzlerin wie üblich vom Bundepräsidenten, Frank-Walter Steinmeier. Die Vereidigung nimmt der Parlamentspräsident im Bundestag vor.


 

Die großen Krisen

 

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Europas Finanzkrise stellte Merkel vor die wohl schwerste Aufgabe ihrer Kanzlerschaft. Der sogenannte Euro-Rettungsschirm war in Deutschland innenpolitisch sehr umstritten. Das Bild zeigt die Kanzlerin im Bundestag bei einer Abstimmung über Euro-Stabilisierungsmaßnahmen 2010.


 

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Fukushima und der Atomausstieg waren die wohl tiefgreifendsten und folgenreichsten Momente von Merkels Kanzlerschaft. 2010 hatte ihre Regierung noch den Atomausstieg der Vorgängerregierung zurückgenommen. Nach dem Unglück von Fukushima verkündete Merkel am 9. Juni 2011 vor dem Bundestag das Ende der Atomkraft in Deutschland.


 

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Die Flüchtlingskrise 2014 war die wohl größte menschliche Herausforderung in Merkels Regierungszeit. Angesichts hunderttausender Flüchtlinge rief Merkel das Land mit dem berühmten Satz „Wir schaffen das“ zu solidarischem Handeln auf. 2015 wurde das bekannte „Selfie-Bild“ in einer Flüchtlingseinrichtung in Berlin gemacht.


 

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Die Corona-Pandemie traf Deutschland völlig unvorbereitet. Beim Kampf gegen das Virus setzte die Regierung Merkel entschieden auf das Primat eines gemeinsamen europäischen Handelns.


 

Kanzlerin für die Welt

 

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Die Europäische Union stand im Zentrum der Außenpolitik aller von Angela Merkel geführter Regierungen. Das entspricht dem grundsätzlich multilateralen Ansatz deutscher Außenpolitik. Das Bild der europäischen Staats- und Regierungschefs wurde 2019 in Brüssel aufgenommen.


 

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Der deutsche Multilateralismus spiegelt sich auch in Merkels Wertschätzung internationaler Organisationen wie UN und Nato oder informeller Gruppen wie G7/G8 oder G20 wieder. 2007 empfing die Bundeskanzlerin die Staats- und Regierungschefs der G8 und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso in Heiligendamm.


 

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Eine ganz besondere Beziehung verbindet seit Jahrzehnten Deutschland mit Frankreich. Das hat sich auch in Merkels vertrauensvollem Umgang mit den französischen Staatspräsidenten von Jacques Chirac bis Emmanuel Macron (Bild) niedergeschlagen.


 

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George W. Bush war der erste von vier Präsidenten, die die USA während der Kanzlerschaft von Angela Merkel regierten. Merkels Regierungen gaben den transatlantischen Beziehungen höchste Priorität und pflegten die traditionell engen deutschen Beziehungen zu den USA. Das Bild wurde 2008 bei einem Besuch Merkels in Washington aufgenommen.


 

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Barrack Obama war der US-Präsident, mit dem Merkel politisch am meisten verband. Das zeigte sich auch in der vertrauten Gesprächssituation 2015 bei dem G7-Treffen in Deutschland, in Elmau am Fuß des Wetterstein-Gebirges in den Alpen.


 

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Donald Trump und seine Präsidentschaft waren eine große Belastungsprobe für die deutsch-amerikanischen Beziehungen. Zwischen dem multilateralen deutschen Ansatz und Trumps Politik gab es praktisch keine Gemeinsamkeiten. Das berühmte Bild vom G7-Gipfel in Quebec 2018 illustriert das Verhältnis zwischen der deutschen und der US-amerikanischen Regierung in diesen Jahren.


 

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Joe Biden verkörpert die Hoffnung der deutschen Regierung auf eine Rückkehr zu einem engeren transatlantischen Bündnis basierend auf gemeinsamen Werten und Interessen. Angela Merkel besuchte den neuen US-Präsidenten im Juli 2021.


 

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Wladimir Putin war ein häufiger Gesprächspartner Merkels. Die Kanzlerin vertrat immer die Meinung, der Gesprächsfaden zu Russland dürfe nicht abreißen. Auch wenn die Beziehungen seit der völkerrechtswidrigen Annektion der Krim 2014 stetig schwieriger wurden.


 

Kanzlerin, aber ohne Politik

 

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Joachim Sauer, Chemiker, ist seit dem 30. Dezember 1998 mit Angela Merkel verheiratet. In der Öffentlichkeit treten die beiden nur selten gemeinsam auf. Eine dieser Gelegenheiten sind die jährlichen Bayreuther Richard-Wagner-Festspiele, die die Kanzlerin regelmäßig besucht. Das Bild wurde 1998 aufgenommen.


 

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Die Raute genannte Handhaltung ist typisch für Angela Merkel. Über sie wurde viel philosophiert und auch viel gescherzt, jedoch ohne nennenswerten Erkenntniswert.


 

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Farbige Blazer sind ein Markenzeichen der Kanzlerin. Ihretwegen ist sie auf Gruppenfotos internationaler Konferenzen meist leicht zu finden. In den Medien wird häufig spekuliert, welche Farbe welche Botschaft transportieren könnte – ohne dass dies jemals zu befriedigenden Ergebnissen geführt hätte. Das Foto zeigt Merkel bei den TV-Neujahrsansprachen von 2005 (rechts unten) bis 2018 (links oben).


 

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Tiere spielen in Angela Merkels Privatleben, soweit bekannt, keine Rolle. „Ich mag Tiere“, antwortete sie jedoch 2019 auf die Frage eines Bürgers. Hier herzt sie 2014 einen Kiwi bei einem Staatsbesuch in Neuseeland.


 

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Ein Katta darf für sich in Anspruch nehmen, zumindest in der Öffentlichkeit, der Kanzlerin am nächsten gekommen zu sein. Der Lemur traf sie 2015 in Mecklenburg-Vorpommern. Auf die Frage nach ihrem Lieblingstier des bereits erwähnten Bürgers antwortete Merkel übrigens: „Ich finde Erdkröten etwas sehr Interessantes oder Fledermäuse“.

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