Wer folgt auf Merkel?

Deutschland wählt im September einen neuen Bundestag – und den Regierungschef. Nun sind alle aussichtsreichen Kandidaten nominiert.

Angela Merkel (CDU)
Angela Merkel (CDU) dpa

Am 22. November 2005 wählte der Bundestag Angela Merkel zur ersten Bundeskanzlerin in der Geschichte Deutschlands. Bei der Wahl am 26. September 2021 tritt sie nach 16 Jahren an der Spitze der deutschen Regierung nicht mehr an. In Deutschland stellt traditionell die stärkste Partei einer Koalition den oder die Regierungschefin, ins Amt gewählt wird sie oder er vom Parlament. 

Die drei größten Parteien in Deutschland haben ihre Spitzenkandidaten für die Wahl bestimmt, einer der zwei Kanzlerkandidaten oder die Kanzlerkandidatin wird also voraussichtlich Merkels Nachfolge an der Spitze der Bundesregierung antreten. Wir stellen sie in der Reihenfolge vor, in der ihre Parteien auf dem Wahlzettel stehen.

Armin Laschet (CDU/CSU)

Der Ministerpräsident des bevölkerungsreichsten deutschen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen tritt für die Schwesterparteien CDU und CSU an. Während sich die CDU im gesamten Bundesgebiet außer in Bayern zur Wahl stellt, gilt das umgekehrte für die CSU: sie tritt nur in Bayern an. Der 59-jährige Laschet gilt als Versöhner und ausgleichender Politiker. Sein Vater war Bergmann und später Lehrer, seine Mutter Hausfrau. Verheiratet ist er mit Susanna Laschet, Buchhändlerin. Sie haben drei Kinder. Politisch steht er für einen Kurs, wie ihn auch Angela Merkel vertritt mit einer starken Konzentration auf die Europäische Union. Er selbst saß von 1999 bis 2005 als Abgeordneter im Europaparlament.

Armin Laschet (CDU)
Armin Laschet (CDU) dpa

Olaf Scholz (SPD)

Der 62 Jahre alte Finanzminister und Vize-Kanzler der Regierung Merkel wurde im August 2020 von der SPD als erster Kandidat der drei großen Parteien nominiert. Verheiratet ist er mit der SPD-Politikerin Britta Ernst, seit 2017 in Brandenburg Ministerin für Bildung, Jugend und Sport. Der ehemalige Bürgermeister von Hamburg hat sich in der Corona-Krise eine Ruf als guter Krisenmanager erarbeitet. Politisch zählt er, seit 1975 in der Partei, zum konservativen Flügel der SPD.

Olaf Scholz (SPD)
Olaf Scholz (SPD) dpa

Annalena Baerbock (Grüne)

Die 41-jährige Abgeordnete des deutschen Bundestags (seit 2013) lenkt in einer Doppelspitze mit dem ehemaligen schleswig-holsteinischen Umweltminister Robert Habeck die Geschicke der Grünen seit 2018. Die Mutter von zwei Töchtern ist mit dem Politikberater Daniel Holefleisch verheiratet. Zum ersten Mal überhaupt nominieren die Grünen jemanden für die Kanzlerkandidatur, zudem ist Baerbock parteiübergreifend erst die zweite Kanzlerkandidatin in der Geschichte der Bundesrepublik nach Angela Merkel. Politisch wird sie dem moderaten, bürgerlichen Teil der Grünen zugerechnet. 
(mit dpa)

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Annalena Baerbock (Grüne)
Annalena Baerbock (Grüne) dpa