Einfach mal durchatmen

Ist die Luft in Deutschland wirklich so gut? Lest hier, was an diesem Klischee dran ist und was deutsche Städte dafür tun.

 Grüne Lunge: Wälder und Parks verbessern die Luft.
Grüne Lunge: Wälder und Parks verbessern die Luft. larsbendels.com - stock.adobe.com

Wir haben unsere internationale Community gefragt: „Was ist typisch deutsch?“ Die häufigsten Antworten stellen wir euch hier vor – mit Erklärungen und Hintergründen. Hier: „Gute Luft in deutschen Städten“.

Ist die Luft in Deutschland wirklich gut?
Tatsächlich wird die Luft in Deutschland und Europa immer besser. Das zeigte erst im November 2020 ein Bericht der Europäischen Umweltagentur EEA. Von der Weltgesundheitsorganisation (WHO)  wurde die Luftqualität 2019 in Deutschland gerade noch als „gut“ eingestuft, die Feinstaubbelastung mit einem Durchmesser kleiner 2,5 Mikrometer (PM 2,5) lag bei 11,01µg/m³. Seit 1995 sind die Emissionen deutlich zurückgegangen.

Anders sieht es mit der Belastung durch Stickoxide aus, einer Vorläufersubstanz von Feinstaub: Nach Angaben des Umweltbundesamts sind deutsche Großstädte und Ballungsräume sehr stark mit Stickoxiden belastet.

Was wird für die Luftqualität getan?
Politik und Zivilbevölkerung lassen sich einiges einfallen, um Lebensraum grüner zu gestalten. Ein Beispiel ist die Stadt Essen im Ruhrgebiet. Geprägt von Kohle- und Stahlabbau hat Essen in den vergangenen 100 Jahren Parks und Naherholungsgebiete geschaffen und stillgelegte Industrieanlagen in „Industrienatur“ umgewandelt. Dafür hat die Stadt den Titel „Grüne Hauptstadt Europas“ erhalten. Die Auszeichnung soll andere ermutigen, grüner in die Zukunft zu denken.

Deutsche Städte sind beim Thema Sauberkeit vielfältig engagiert. Beispiel Hamburg: Nach dem Vorbild von Singapur ahndet die Hansestadt jetzt „Littering“, also das Wegwerfen von Abfall auf Straßen und in der Natur, mit Bußgeld. Wer seinen Müll hingegen ordentlich trennt, wird mit niedrigeren Gebühren belohnt.

Die Bundesregierung unterstützt die Verbesserung der Luftqualität in den Städten. Viele Gemeinden rüsten beispielsweise Stadtbusse auf emissionsfreie Fahrzeuge um. Auch grüne Oasen wie beim Urban Gardening sorgen für bessere Luft.

Was hat das mit Corona zu tun?
Während der coronabedingten Lockdowns hat sich laut Umweltagentur EEA die Luft in Deutschland und Europa verbessert. Die Stickstoffdioxid-Konzentration sank in Deutschland im April 2020 um ein Drittel.

Für alle, die es ganz genau wissen wollen, bietet das Umweltbundesamt eine Deutschlandkarte mit aktuellen Luftdaten an.

Bicyles as part of the mobility transition in Germany

© www.deutschland.de

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