Ausbildung kennt keine Grenzen
Weltweit vermitteln deutsche Unternehmen und Bildungspartner berufliche Kompetenzen – für lokale Arbeitsmärkte und den Fachkräftebedarf in Deutschland.
International gilt das deutsche duale Ausbildungssystem mit seiner Verknüpfung aus Theorie und Praxis als Vorbild. Drei Beispiele zeigen, wie Unternehmen und Bildungsorganisationen Fachkräfte im Ausland für anspruchsvolle Produktionsverfahren, die Energiewende und den Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt qualifizieren.
Medizintechnik in Malaysia
B. Braun beschäftigt in Malaysia rund 7.800 Menschen. Kürzlich hat das global präsente Medizintechnik-Unternehmen aus dem Bundesland Hessen eine Technical Academy in Penang eröffnet. Die Einrichtung orientiert sich an deutschen Ausbildungsstandards und vermittelt vor allem technische Kenntnisse. Bislang haben 450 Absolventen die verschiedenen Programme durchlaufen.
B. Braun will den Standort nun zu einem Zentrum für berufliche Aus- und Weiterbildung in Südostasien entwickeln. Dafür arbeitet das Unternehmen mit dem Penang Skills Development Centre zusammen, an dem staatliche Träger, Universitäten und Unternehmen beteiligt sind. Bis 2030 sollen rund vier Millionen Euro in die Einrichtung fließen.
Energiewende in Vietnam
In Vietnam hat die Energiewende besondere Relevanz, denn das Land hat massiven Bedarf an erneuerbaren Stromquellen. Festo Didactic, Schneider Electric Vietnam und der vietnamesische Partner IBS haben daher gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ein Berufsbildungszentrum für Wind- und Solartechnik aufgebaut. Seit 2021 richten sie Werkstätten ein, entwickeln praxisnahe Ausbildungsmodule und schulen Lehrkräfte. 307 Lehr- und Ausbildungskräfte haben die Fortbildung bereits absolviert. Die neuen Module wurden an 13 Berufsschulen verbreitet, knapp 300 Auszubildende erhielten bislang eine Qualifizierung im Bereich erneuerbare Energien. Seit März 2025 wird das Projekt auf die Mongolei ausgeweitet.
Hub4Africa: Digitale Wege nach Deutschland
Auch in Afrika verbindet berufliche Bildung lokale Perspektiven mit dem Fachkräftebedarf in Deutschland. Das Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft (bbw g GmbH) qualifiziert im Projekt „Upskilling4Germany-Gastronomie“ Menschen für Tätigkeiten im Gastronomiegewerbe in Deutschland. Der Fachunterricht wird auf Deutsch gehalten, die Bewerberinnen und Bewerber benötigen daher bereits vor dem Start des Kurses solide Grundkenntnisse der deutschen Sprache. Die 15-wöchige Qualifizierung kombiniert Onlineunterricht mit praktischen Erfahrungen in Betrieben.
Die Plattform Hub4Africa hat die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft mit der Bayerischen Staatskanzlei und der bbw 2020 ins Leben gerufen. Sie unterstützt digitale Bildungsangebote, die auch internationale Qualifizierungen im Pflegebereich und in der IT ermöglichen.