Baustoffe der Zukunft

Nachhaltigkeit wird angesichts knapper Rohstoffe in der Bauindustrie immer wichtiger. Wir stellen drei innovative Baustoffe der Zukunft vor. 

Hanf eignet sich hervorragend als alternativer Baustoff.
Hanf eignet sich hervorragend als alternativer Baustoff. AdobeStock

Bauen mit Hanf 

Der Einsatz natürlicher, nachwachsender Rohstoffe nimmt in der Baubranche stetig zu. Neben Holz kommt jetzt auch Hanf auf Baustellen zum Einsatz. Hanf wird in Europa als Nutzpflanze immer häufiger zur Verwendung in Lebensmitteln, Kosmetik oder Textilien angebaut. Holzige Reste und Fasern werden bisher aber kaum verwendet und enden im Müll. 

Ein deutsches Unternehmen mischt die Hanf-„Abfälle“ mit Kalk und produziert so Ziegel. Die haben nicht nur besonders günstige thermische Eigenschaften und machen so eine Dämmung überflüssig, sie absorbieren auch Feuchtigkeit und eignen sich hervorragend als Schallschutz. Ein weiterer Vorteil: Hanf wächst etwa 50 Mal schneller als Holz. 

Mit Pilzen dämmen 

Pilze sind nicht nur lecker, manche eignen sich auch als nachhaltiger Dämmstoff – zumindest Teile von ihnen. Das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (UMSICHT) forscht an einem Verfahren, um den unterirdisch wachsenden Teil von Pilzen (Myzel) als Dämmmaterial weiterzuverwenden. 

Gepresst können Myzelien als ressourcenschonendes Baumaterial eingesetzt werden.
Gepresst können Myzelien als ressourcenschonendes Baumaterial eingesetzt werden. Adobe Stock M. Doerr & M. Frommherz GbR

Getrocknet lassen sich Myzelien in jede beliebige Form pressen und erreichen dabei eine Härte wie Sperrholz. Deshalb bietet sich pilzbasierter Dämmstoff als nachhaltige und kostengünstige Alternative zu Kunststoff, Styropor und Holz an, kann aber auch beim Bau von Möbeln verwendet werden. 

Steine aus Holzabfällen 

Um nachhaltiger zu werden, muss die Baubranche CO2 einsparen. Holz als nachwachsende Ressource spielt dabei eine zentrale Rolle. Doch heiße Sommer machen den Wäldern zu schaffen. Wegen lang anhaltender Trockenperioden und daraus resultierendem Schädlingsbefall mussten in Deutschland in den vergangenen Jahren so viele Bäume gefällt werden wie nie zuvor. 2020 waren 53,8 Prozent des geschlagenen Holzes beschädigt. 

Aufgrund anhaltender Trockenheit sind vor allem Fichten anfällig für Schädlinge.
Aufgrund anhaltender Trockenheit sind vor allem Fichten anfällig für Schädlinge. AdobeStock

Eine deutsche Firma nutze die preisgünstige Ressource und entwickelt gepresste Holzbausteine aus Schadholz. Wie Legosteine können die Holzmodule aufeinander gestapelt werden und lösen so den konventionellen Betonrohbau ab. Sie sind dabei nachhaltiger und recyclebar und zugleich wesentlich günstiger als traditionelle Baustoffe. 

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