Was Deutschland liest

Goethe, Schiller, Brecht und Hesse sind weltweit bekannt. Doch was lesen Deutsche am liebsten? Wir haben Lektüre-Tipps.

Das Sofa ist der Lieblingsort zum Lesen
Das Sofa ist der Lieblingsort zum Lesen dpa

Deutschland. Klassiker oder Krimis? Bücher oder E-Books? Wie und was lesen die Menschen im Land der Dichter und Denker im Jahr 2017? Wir haben in Bestsellerlisten und Statistiken nachgeschaut.

Wie lesen die Deutschen?

Bücher aus Papier sind gefragt – immer noch. Deutsche lesen lieber Bücher als E-Books, und das gar nicht so selten. Nach Angaben des Portals statista.de lesen 39 Prozent fünf Bücher im Jahr, 27 Prozent sogar mehr als zehn. Am beliebtesten sind Romane und Krimis. E-Books liest nur etwa jeder fünfte, aber die Nachfrage steigt. Immer mehr gedruckte Bücher kaufen die Leser allerdings im Internet, inhabergeführte Buchhandlungen werden in den Städten seltener.

Das sind die Lieblingsorte zum Lesen

Buchliebhaber lesen am liebsten zuhause auf dem Sofa, außerdem schmökern sie gerne im Bett noch ein paar Seiten vor dem Einschlafen. Das verrieten sie in einer Umfrage des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Öffentliche Verkehrsmittel wie Bus und Bahn kommen an dritter Stelle der liebsten Leseorte.

Das sind die Bestseller im Juli 2017 in Deutschland

Spannendes aus dem Norden, Unterhaltsames aus dem Süden, Lustiges über Teenies, Wissenswertes über Bienen und Menschen – das Themenspektrum der Top 5 der Bestsellerliste ist ziemlich abwechslungsreich und international. Insgesamt wurden 2016 knapp 10.000 Erstauflagen aus dem Ausland übersetzt, meldet der Börsenverein des Deutschen Buchhandels – vor allem aus dem Englischen, Französischen und Japanischen.
 

  1. „Die Geschichte der Bienen“ von Maja Lunde
    Die Norwegerin beschreibt in ihrem Roman, was Generationen von Menschen mit Bienen verbindet.
  2. „Und ewig schläft das Pubertier“ von Jan Weiler
    Im dritten Teil der Reihe berichtet der Journalist und Bestsellerautor mit Witz und Esprit aus seinem Leben als Vater zweier Teenager.
  3. „Meine geniale Freundin“ von Elena Ferrante
    Ein Roman aus Italien über die Freundschaft zweier junger Frauen, die ein Leben lang hält.
  4. „Selfies“ von Jussi Adler-Olsen
    Ein Thriller aus Dänemark um einen Mordfall in Kopenhagen
  5. „Zeiten des Aufbruchs“ von Carmen Korn
    Der zweite Teil dieser Jahrhundert-Trilogie spielt in Hamburg im Jahr 1949.

Überblick: Bestellerlisten für Belletristik, Sachbuch, Kinderbuch und Hörbuch:
 

Welche Literaturpreise sind die wichtigsten?

Wer Inspiration für hervorragenden Lesestoff sucht, kann sich auch an den wichtigsten Literaturpreisen für deutschsprachige Autorinnen und Autoren orientieren:
 

  • Für den Deutschen Buchpreis kürt eine Jury jedes Jahr zur Frankfurter Buchmesse im Oktober den deutschsprachigen Roman des Jahres. Vorher erscheinen eine Shortlist und eine Longlist mit den Büchern in der engeren Auswahl.
  • Der Georg-Büchner-Preis wird im Andenken an den Schriftsteller Georg Büchner (1813– 1837) verliehen. Die jüngsten Preisträger: Jan Wagner (2017), Marcel Beyer (2016), Rainald Goetz (2015).
  • Der Ingeborg-Bachmann-Preis wird während der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt in Österreich vergeben. Die Autoren dürfen dort nur unveröffentlichte Prosatexte vortragen.

Wo gibt es mehr Infos zum Buchmarkt?

Wer mehr Informationen zum Buchmarkt in Deutschland sucht, wird beim Börsenverein des Deutschen Buchhandels fündig. Der Verband mit Sitz in Frankfurt vertritt die Verlage und Buchhandlungen in Deutschland. Die in Mainz ansässige Stiftung Lesen engagiert sich für die Leseförderung. Ihr Anliegen ist es, Kindern Freude am Lesen zu vermitteln und die Lesekompetenz zu stärken. Außerdem betreibt die Stiftung ein Institut für Lese- und Medienforschung.

Studie Leseverhalten im Ländervergleich

Börsenverein des Deutschen Buchhandels

Stiftung Lesen