Pro und Kontra E-Sport

Ist das wirklich Sport? Während Fußballverbände darüber streiten, ob sie E-Sport integrieren, setzt die Branche auf gigantische Wachstumszahlen.

E-Sportler Timo spielt die Fußballsimulation „Fifa“.
E-Sportler Timo spielt die Fußballsimulation „Fifa“. dpa / Roland Weihrauch

In Deutschland ist eine Diskussion darüber entbrannt, ob E-Sport tatsächlich Sport ist. Seit der Fußballverein VfL Wolfsburg 2015 eine E-Sport-Abteilung gründete, haben viele Vereine der Ersten und Zweiten Fußball-Bundesliga nachgezogen. Am professionellsten macht das der FC Schalke 04. Andere Vereine wie der FC Bayern München oder Borussia Dortmund zögern. Uli Hoeneß, Präsident des FC Bayern München, hatte sich vor einiger Zeit gegen E-Sport ausgesprochen, sagt aber jetzt, dass sich der Verein dem Thema nicht verschließen werde.

Wie stehen Fußballvereine zu E-Sport?

Die entscheidende Frage für die Bundesligaklubs ist nicht, ob sie sich im E-Sport engagieren, sondern in welchem Bereich. Denn das Fußballspielen an Konsole und Bildschirm ist ein verschwindend kleiner Teil in der Welt der Gamer. Das große Geld verdienen sie bei weltweiten Turnieren mit Schieß-, Fantasy- oder Strategiespielen.

Einer Studie zufolge wird der Markt für diese Spiele im Jahr 2020 die Umsatzgrenze von einer Milliarde Dollar überschreiten.

Welche Rolle spielt das Spiel „Fifa“ im E-Sport?

Populäre Spiele der E-Sport-Szene sind „League of Legends“, „Dota2“, „Fortnite“ oder „World of Warcraft“. Für den FC Schalke spielt beispielsweise ein bekanntes „League of Legends”-Team. Aus Sicht der Vermarkter ist das konsequent, denn die Fußballsimulation „Fifa“ ist ein Nischenprodukt.

Als Türöffner in den milliardenschweren E-Sport-Markt sei die Fußball-Simulation aber geeignet, meint der E-Sport-Verantwortliche von Werder Bremen, Dominik Kupilas. „Wir haben uns für den Einstieg bei ,Fifa‘ entschieden, weil sich der reale und der digitale Fußball sehr gut miteinander verbinden lassen.“ Dieser Sicht hat sich die Deutsche Fußball Liga (DFL) angeschlossen, der Dachverband der Bundesligavereine. Die DFL richtet seit einem Jahr die virtuelle Meisterschaft aus.

Den Weg über „Fifa“ hinaus scheuen die meisten Vereine. Markt-Insider halten dagegen, dass die Vereine junge Zielgruppen nur erreichten, wenn sie sich auch für Schieß- und Strategiespiele öffneten.

Was spricht für die Aufnahme von E-Sport in Sportvereine?

Der Dachverband des deutschen Sports (DOSB) akzeptiert Sportsimulationen als E-Sport, nicht aber andere virtuelle Wettkämpfe. Der Dachverband trifft eine ähnliche Unterscheidung wie die meisten Bundesligavereine: „Fifa19“ ist okay, alles andere nicht. Daher hat der DOSB die Aufnahme des eSport-Bundes Deutschland abgelehnt.

Während für den DOSB Sport Bewegung unter Anleitung im Sportverein ist, möchten E-Sport-Befürworter die Millionen Kinder und Jugendliche einbeziehen, die täglich an der Konsole sitzen. Unter Aufsicht zusammen im Verein zocken – das wäre eine Lösung, die beiden Seiten zu Gute käme.

 

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