Sicher in den Urlaub

Viele Touristen verzichten aus Sorge vor Terroranschlägen auf eine Auslandsreise. Wie reagieren Deutschlandurlauber? Drei Fragen an Petra Hedorfer, Vorsitzende des Vorstandes der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT).

dpa - Travel

Petra Hedorfer

Frau Hedorfer, erhalten Sie durch die Flüchtlingskrise und den Terroranschlag im Dezember in Berlin vermehrt Anfragen von internationalen Touristen zur  Sicherheitslage in Deutschland?

Im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise seit Sommer 2015 ebenso wie nach dem Anschlag in Berlin im Dezember 2016 haben wir keine signifikant gestiegenen Anfragen  zur Sicherheitslage in Deutschland verzeichnet. Allerdings reagieren insbesondere Reisende aus asiatischen Ländern sensibel auf eine gefühlte Sicherheitsbedrohung – das bestätigen auch die Umfragen der European Travel Commission. Der Trend geht jedoch eher dahin, eine geplante Reise zu verschieben oder die Route zu ändern, statt sie zu stornieren. Zu Beginn dieses Jahres beobachten wir sorgfältig die aktuelle Nachfrage.

Wie reagiert die Deutsche Zentrale für Tourismus auf Bedenken ?

Im internationalen Vergleich sind wir weiterhin ein attraktives Reiseziel, die Marke Reiseland Deutschland ist auch aufgrund der hohen Sicherheitsstandards bestens etabliert. Gemeinsam mit den Partnern im Deutschlandtourismus konzentrieren wir uns darauf, die Stärken Deutschlands als Reiseziel zu kommunizieren: die zuverlässige Infrastruktur, das serviceorientierte touristische Angebot, das ausgezeichnete Preis-Leistungs-Verhältnis.

Umgekehrt scheint es einen Trend zu geben, dass Deutsche 2017 verstärkt im eigenen Land Urlaub machen wollen, auch aus Sicherheitsgründen. Können Sie das schon bestätigen? Und steht das nicht im Widerspruch dazu, dass einige internationale Besucher Sorge um ihre Sicherheit haben?

Unsere Aufgabe liegt in der internationalen Bewerbung des Reiselandes Deutschland – insofern können wir zum Inlandstourismus versus Incoming keine Aussagen treffen. Allerdings hat das Beratungsunternehmen IPK International festgestellt, dass Terror das Reiseverhalten von 40 Prozent aller internationalen Reisenden beeinflusst. Demnach wollten 15 Prozent der internationalen Touristen 2016 auf eine Auslandsreise verzichten und Urlaub im eigenen Land machen.

Deutsche Zentrale für Tourismus

© www.deutschland.de