Deutschland braucht mehr Wohnungen

Wohnraum wird knapp und teuer. In welchen Städten die Mieten am höchsten sind und wie der Staat den Wohnungsbau fördert.

Deutschland baut: In Städten steigt die Nachfrage nach Wohnungen.
Deutschland baut: In Städten steigt die Nachfrage nach Wohnungen. dpa

Deutsche Großstädte haben viel zu bieten: Universitäten und Unternehmen, Theater, Museen und Freizeitangebote machen sie zum Wohnen, Arbeiten, Leben attraktiv. Deshalb sind Wohnungen in großen Städten knapp: Nach einer aktuellen Studie des Instituts Prognos betrifft dies bereits jede dritte Kommune. Die hohe Nachfrage lässt die Mieten steigen. In Ballungsräumen muss eine Familie für Miete und Heizung bis zu 35 Prozent des Monatseinkommens aufbringen.

Das sind Deutschlands teuerste Städte

Die teuersten Städte – München, Frankfurt am Main und Stuttgart – liegen im Westen Deutschlands. Im Osten ziehen Leipzig und Dresden viele Menschen an. Gleichzeitig stehen in Kleinstädten wie Görlitz und auf dem Land viele Wohnungen leer.

Wie fördert Deutschland den Wohnungsbau?

Um dem Bedarf gerecht zu werden, haben CDU/CSU und SPD im Koalitionsvertrag vereinbart, mehr bezahlbare Wohnungen zu schaffen: 1,5 Millionen neue Wohnungen und Häuser sollen entstehen. Zwei Milliarden Euro sind für den sozialen Wohnungsbau eingeplant.

Außerdem bekommen Familien, die ein Eigenheim bauen oder kaufen, einen Zuschuss vom Staat, das „Baukindergeld“. Wer in den Bau von Mietwohnungen investiert, zahlt weniger Steuern. Mieter sollen mit der sogenannten Mietpreisbremse vor zu hohen Wohnkosten geschützt werden. Dazu werden ortsübliche Mieten als Richtschnur ermittelt und ihr Anstieg wird begrenzt.

Warum gibt es Kritik an der Mietpreisbremse?

Die Mietpreisbremse steht in der Kritik. Sie gilt als bürokratisch und ineffektiv, weil Städte selbst entscheiden, ob sie das Instrument einsetzen. Deshalb fordern Mieterschutzverbände eine Reform des deutschen Mietrechts.

Wie wird neuer Wohnraum in Städten geschaffen?

In Städten ist wenig Platz für Neubauten. Eine Lösung ist Nachverdichtung: Hinterhöfe, Parks, Brach- und Gewerbeflächen werden zu Bauland, Wohnblocks werden aufgestockt und Dachgeschosse zu Wohnungen ausgebaut. Dem setzt in manchen Städten wie Berlin und Hamburg der Milieuschutz eine Grenze: Das sind Verordnungen, die Stadtviertel vor massiven Veränderungen und Gentrifizierung bewahren.

Experten fordern, dass große Unternehmen wieder Wohnungen für Mitarbeiter bauen sollen. Auch Projekte für gemeinschaftliches Wohnen haben Zukunft, denn jeder zweite Deutsche lebt allein: Der Platz soll besser genutzt und der Vereinsamung alter Menschen in Städten begegnet werden.

Quick facts
54
Prozent

der Deutschen wohnen zur Miete. Nur etwa 46 Prozent besitzen ein Haus oder eine Wohnung.

27
Prozent

der Monatseinkünfte entfallen im Durchschnitt auf Ausgaben fürs Wohnen.

44,6
Quadratmeter

ist die durchschnittliche Wohnfläche pro Einwohner.

6,72
Euro pro Quadratmeter

zahlen Deutsche im Mittel für eine Mietwohnung.

2
Personen

leben durchschnittlich in einer Wohnung.