G7-Gipfel auf Schloss Elmau

Vom 26. bis 28. Juni 2022 kommen die Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten in den Alpen zusammen. Alles Wichtige über den Gipfelort.

Schloss Elmau in den bayerischen Alpen
Schloss Elmau in den bayerischen Alpen picture alliance/dpa

Höhepunkt der deutschen G7-Präsidentschaft im Jahr 2022 ist der Gipfel der Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten vom 26. bis 28. Juni. Zum siebten Mal lädt Deutschland als Gastgeber zu einem solchen Gipfeltreffen ein – und bereits zum zweiten Mal nach Schloss Elmau in den bayerischen Alpen. Auch der letzte G7-Gipfel unter deutscher Präsidentschaft fand dort im Juni 2015 statt. Das etwa 100 Kilometer von München entfernte Luxushotel bietet nicht nur eine prachtvolle Kulisse, wenn Bundeskanzler Olaf Scholz dort US-Präsident Joe Biden und die anderen Staats- und Regierungsspitzen empfängt. Es erfüllt durch seine Lage auch alle Sicherheitsanforderungen.

Bundeskanzler Scholz mit den G7-Staats- und Regierungschefs
Bundeskanzler Scholz mit den G7-Staats- und Regierungschefs picture alliance/dpa

Schloss mit wechselvoller Geschichte

Der G7-Tagungsort liegt im Landkreis Garmisch-Partenkirchen nahe der Zugspitze, Deutschlands höchstem Berg. Der Theologe und Philosoph Johannes Müller ließ dort im Jahr 1916 das Schloss erbauen. Es sollte eine Versammlungs- und Begegnungsstätte sein und zog auch prominente Politiker und Kulturschaffende der nach dem Ersten Weltkrieg in Deutschland entstandenen Weimarer Republik an. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 verherrlichte Müller zeitweise die NS-Ideologie, 1942 verpachtete er das Schloss an die deutsche Wehrmacht. Nach Kriegsende beschlagnahmte die US-Armee das Gebäude und nutzte es für kurze Zeit als Lazarett.

Die Kinder Müllers pachteten das Haus 1951 und richteten ein Hotel ein. Schon bald war es vor allem für seine kulturellen Veranstaltungen bekannt, besonders für Konzerte klassischer Musik. Im Jahr 2005 zerstörte ein Brand große Teil des Hauses. Der Enkel des Erbauers, Dietmar Mueller-Elmau, baute es danach wieder auf.

Hotel-Chef Dietmar Mueller-Elmau
Hotel-Chef Dietmar Mueller-Elmau picture alliance/dpa

Erster G7-Gipfel 2015

Am 7. und 8. Juni 2015 empfing die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel dort unter anderen den damaligen US-Präsidenten Barack Obama. Die Bilder vom Gipfel der G7-Staaten Deutschland, USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Italien und Japan in den Alpen gingen um die Welt. Zentrale Themen des Treffens waren unter anderem der weltweite Einsatz für mehr Klimaschutz und die Ukraine-Krise nach der russischen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim. Russland war deshalb schon im Jahr 2014 aus dem Kreis der G7-Staaten ausgeschlossen worden, nachdem sich 1998 eine Gruppe der Acht gebildet hatte.

Ex-Kanzlerin Merkel und der frühere US-Präsident Obama
Ex-Kanzlerin Merkel und der frühere US-Präsident Obama picture alliance/dpa

Gipfeltreffen in historisch schwieriger Zeit

Der zweite Gipfel in den bayerischen Alpen wird vom russischen Angriffskrieg auf die Ukraine geprägt. Die sieben führenden demokratischen Industrienationen verurteilten den Überfall auf das Schärfste und unterstützen die Ukraine. Darüber hinaus stehen 2022 als Themen der Klimaschutz, aber auch der Einsatz für eine stabile Weltwirtschaft, weltweite Ernährungssicherheit und das Engagement für soziale Gerechtigkeit und Gleichstellung auf der G7-Agenda. „Wir werden unsere G7-Präsidentschaft nutzen, damit dieser Staatenkreis zum Vorreiter wird. Zum Vorreiter für klimaneutrales Wirtschaften und eine gerechte Welt“, erklärt Bundeskanzler Olaf Scholz.

Wesentliche Fortschritte sollen dabei auf Schloss Elmau erzielt werden, wenn Scholz dort Ende Juni neben US-Präsident Joe Biden den französischen Präsidenten Emmanuel Macron, Großbritanniens Premierminister Boris Johnson, Italiens Ministerpräsidenten Mario Draghi, Kanadas Premierminister Justin Trudeau und Japans Premierminister Fumio Kishida empfängt. Erwartet werden zudem EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der Präsident des Europäischen Rats, Charles Michel. Scholz lud zudem Indonesien, Indien, Senegal und Südafrika zum Gipfel ein.

Alle wichtigen Informationen und aktuellen Entwicklungen rund um die deutsche G7-Präsidentschaft findet ihr hier.

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