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Mit KI den Wald schützen

Was braucht der Wald, wenn sich das Klima verändert? Das versucht das Projekt FutureForest mit Hilfe von KI zu ermitteln. 

Kim BergKim Berg, 28.09.2023
FutureForest plant klimaresistente Wälder mit Hilfe von KI.
FutureForest plant klimaresistente Wälder mit Hilfe von KI. © future.forest.ai

Dürren, Starkregen, Stürme und Schädlingswellen haben von 2018 bis 2021 rund 501.000 Hektar Wald in Deutschland zerstört. Das sind fast fünf Prozent der gesamten deutschen Waldfläche. Die rasche Erderwärmung und dadurch auftretende Extremwetterereignisse setzen dem Wald immer stärker zu. Diese Entwicklung möchte das Projekt FutureForest stoppen. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) entwickelt es Handlungsempfehlungen, um den deutschen Wald nachhaltig zu schützen und klimaresistent zu gestalten. 2022 startete das auf drei Jahre angelegte Projekt. Gefördert wird es vom Bundesministerium für Umwelt, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz. 

Ein Monitoring für den Wald 

KI ist in der Lage, große Mengen an Umweltdaten zu analysieren und präzise Prognosen zu erstellen. Diese Fähigkeiten nutzt FutureForest, um den Zustand des Waldes kontinuierlich zu überwachen, potenzielle Probleme frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen zur Bewahrung der Wälder zu empfehlen. Dafür analysiert FutureForest Daten aus Satellitenbildern, Bodenproben, Wetterbeobachtung und anderen Quellen, wie etwa selbst entwickelten Sensoren, die Stressfaktoren wie Hitze und Trockenheit messen. „Auf Grundlage dieser Daten haben wir ein Verfahren entwickelt, mit dem Fokus auf der Erkennung von Baum-Mortalität und stark gestressten Beständen“, sagt Thorsten Reitz, Gründer des Softwareentwicklers wetransform in Darmstadt, das die Projektleitung innehat. 

Mischwälder schneiden in den meisten Klimaszenarien von FutureForest besonders gut ab.
Mischwälder schneiden in den meisten Klimaszenarien von FutureForest besonders gut ab. © picture alliance / imageBROKER

Vorschläge für unterschiedliche Klimaszenarien 

Darüber hinaus kann KI auch bei der Planung von Aufforstungsprojekten und der Auswahl der am besten geeigneten Baumarten unterstützen. Nach einem Waldbrand etwa möchte FutureForest in Zukunft fünf bis zehn Varianten zur klimaresistenten Wiederaufforstung vorschlagen. „Durch das KI-Verfahren sind wir in der Lage räumlich explizierte, flächige Baumkarten für die Planung des Waldumbaus bereitzustellen“, erklärt Reitz. Dafür entwickelt die KI Vorschläge für bis zu neun unterschiedliche Klimaszenarien vom 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens bis zum Extremszenario von mehr als vier Grad Erwärmung bis 2100. 

Mittelfristig sollen die Daten von FutureForest online in einer Cloud verfügbar sein. So können auch andere Projekte auf die Daten zugreifen und sie für die breite Öffentlichkeit nutzbar machen. 

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