Textilfirmen wollen transparenter werden

Das Bündnis für nachhaltige Textilien startet im Einsatz für bessere Arbeitsbedingungen in eine neue Phase.

dpa/Guido Meisenheimer - Human rights

Faire Löhne für Näherinnen in Bangladesch, sichere Arbeitsbedingungen in Textilfabriken in Pakistan? Das Bündnis für nachhaltige Textilien möchte diese und andere Verbesserungen durchsetzen. Im Jahr 2017 wollen die Mitglieder dazu weitere, konkrete Schritte machen. Bis Ende Januar werden die beteiligten Unternehmen – darunter deutsche Konzerne wie C&A, Kik und Adidas – Auskunft über die Bedingungen in ihren Zulieferfabriken geben, etwa zu Löhnen, verwendeten Chemikalien und vielem mehr. Auf dieser Basis stecken sie sich Ziele für Verbesserungen. Im Jahr 2018 sollen sie dann offenlegen, was sie erreicht haben.

Männer färben Leder in den Trögen in Chouwara, Marokko

Dem Bündnis gehören derzeit fast 200 Firmen, Verbände, Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen an. Bundesentwicklungsminister Gerd Müller hatte die Initiative 2014 ins Leben gerufen – auch als Reaktion auf den Einsturz des Rana-Plaza-Gebäudes in Bangladesch, bei dem mehr als 1.100 Menschen starben, die meisten von ihnen Arbeiter in Textilfabriken. „Das Textilbündnis zeigt, dass wir unsere Entwicklungspolitik ganz konkret auf die Herausforderungen der Globalisierung ausgerichtet haben“, so Müller. „Unser Konsum entscheidet an vielen Stellen über die Lebensbedingungen der Menschen in Afrika oder Asien.“

Den neuen Fahrplan für die kommenden Jahre sieht mancher Beobachter als Meilenstein. Andere fordern dagegen verbindliche Vorgaben statt Selbstverpflichtungen. Das gilt auch für den Ende 2016 verabschiedeten Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte (NAP). Er orientiert sich an den entsprechenden Leitprinzipien der Vereinten Nationen und formuliert klare Erwartungen an Firmen, menschenrechtliche Sorgfaltspflichten umzusetzen. Ob dies geschieht, wird kontrolliert; auch das sieht der NAP vor. Verbindlich sind die Regeln allerdings nicht – noch nicht. Halten sich die Firmen nicht an bestimmte Standards, sollen in Zukunft gesetzliche Maßnahmen möglich sein.

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