Sauberer Brennstoff der Zukunft

Grüner Wasserstoff gilt als Wunderwaffe gegen den Klimawandel. Mit der Wasserstoffstrategie fördert Deutschland nun die Produktion.

In Niedersachsen fährt seit 2018 der erste Zug mit Wasserstoff.
In Niedersachsen fährt seit 2018 der erste Zug mit Wasserstoff. picture alliance/dpa

Wasserstoff gilt als eine Art Wunderstoff. Er verbrennt in einem Motor oder in einer Brennstoffzelle unter Zugabe von Sauerstoff zu reinem Wasser. Er lässt sich in Pipelines transportieren oder verflüssigt in Tankschiffen. Er ist gut speicherbar und kann fossile Brennstoffe praktisch überall ersetzen: in LKWs, Autos oder Zügen, bei der Herstellung von Stahl, Zement oder von Chemiestoffen.

Vor 20 Jahren schon hoffte Deutschland, Wasserstoff werde in wenigen Jahren Benzin und Diesel weitestgehend ersetzen. Gegenwärtig bieten aber erst knapp 100 der rund 14.500 Tankstellen in Deutschland Wasserstoff an.

Eine deutsche und eine europäische Wasserstoffstrategie

Das soll sich nun ändern. Im Juni 2020 verabschiedete die deutsche Regierung die nationale Wasserstoffstrategie. Anfang Juli tat dies auch die EU-Kommission. Beide Programme sollen dem klimafreundliche Brennstoff zum Aufschwung verhelfen.

Dabei setzen Deutschland und die EU vor allem auf grünen Wasserstoff, der aus erneuerbarer Energie gewonnen wird und deshalb klimaneutral ist. Die benötigte Energie könnte unter anderem aus Ländern stammen, die große Mengen an Solar- oder Windenergie produzieren können, wie zum Beispiel Marokko.

Europaweit sollen bis 2030 bis zu 40.000 Megawatt so genannte Elektrolyseure gebaut werden, 5.000 Megawatt davon bis 2030 in Deutschland. In ihnen können jährlich bis zu zehn Millionen Tonnen grüner Wasserstoff erzeugt werden. Um das zu schaffen, möchte Deutschland den Bau spezieller Wasserstoff-Inseln – ähnlich heutiger Öl- und Gasplattformen – in der Nordsee fördern. Von großen Offshore-Windparks umgeben sollen sie Wasserstoff herstellen, der dann mit Tankschiffen an die Küste geliefert wird.

Grüner Wasserstoff als Alternative zur Batterie

Grüne Kraftstoffe sollen fossile Treibstoffe vor allem dort ersetzen, wo der Einsatz elektrischer Batterien nicht viel Sinn hat wie bei LKWs, Schiffen, Zügen oder Flugzeugen. 2018 gingen bereits die ersten beiden Wasserstoffzüge in Deutschland ans Netz. Sie können bis zu 1.000 Kilometer weit fahren, bevor sie aufgetankt werden müssen.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier ist davon überzeugt, dass Grüner Wasserstoff der „saubere Brennstoff der Zukunft“ ist. Deshalb finanziert die deutsche Regierung Forschung, Technologieaufbau und internationale Kooperation rund um das Thema mit neun Milliarden Euro.

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