Zehn Fakten zum deutschen Arbeitsmarkt

Wie viele Menschen sind erwerbstätig und in welchen Branchen arbeiten sie? Die wichtigsten Fakten und eine überraschende Zahl zu den „fleißigen Deutschen“.

Zehn Fakten zum deutschen Arbeitsmarkt
Rund 5,5 Millionen Menschen in Deutschland arbeiten im Handwerk. dpa

Deutschland ist in der Welt vor allem als Industriestandort bekannt. Doch wie viele Menschen arbeiten eigentlich noch in der Produktion? Und welche Zukunftsthemen beschäftigen Deutschland, wenn es um Jobs geht? deutschland.de hat zehn wichtige Fakten zum Arbeitsmarkt zusammengestellt – und hinterfragt dabei auch ein Klischee.

      

  1. Rund 44,3 Millionen Menschen in Deutschland hatten 2017 einen Job– etwas mehr als die Hälfte der Gesamtbevölkerung. Die Zahl der Erwerbstätigen ist in den vergangenen zwölf Jahren ständig gestiegen. Das liegt auch an der Zuwanderung von Arbeitskräften.
  2. Im Vergleich zu anderen EU-Ländern sind in Deutschland viele Frauen berufstätig: 2017 waren es 18,4 Millionen. Das entsprach gut 75 Prozent der Frauen im Alter von 20 bis 64 Jahren. Höher ist die Quote innerhalb der EU nur in Schweden und Litauen. Allerdings sind die meisten Frauen in Deutschland in Teilzeit beschäftigt.
  3. Fast drei Viertel aller Erwerbstätigen in Deutschland arbeiten im Sektor Dienstleistung, der in den vergangenen Jahren weiter gewachsen ist. Dagegen sind immer weniger Menschen im produzierenden Gewerbe beschäftigt – 2017 waren es rund 24 Prozent der Erwerbstätigen. Arbeit in der Landwirtschaft macht nur noch etwas mehr als ein Prozent aus.
  4. Bei den Dienstleistungen spielt das Handwerk eine wichtige Rolle, auch wenn es dabei meist um kleine Betriebe geht. In den rund eine Million Handwerksunternehmen arbeiteten 2017 etwa 5,5 Millionen Menschen – mehr als zwölf Prozent aller Erwerbstätigen.
  5. In Deutschland haben immer mehr ältere Menschen einen Job: 2016 waren es in der Gruppe der 65- bis 69-Jährigen rund 15 Prozent. Zehn Jahre zuvor gingen nur sieben Prozent der Älteren nach dem Erreichen des regulären Pensionsalters noch arbeiten.
  6. Die Arbeitslosigkeit in Deutschland sinkt. 2017 lag die Arbeitslosenquote bei 5,7 Prozent. Damit waren so wenige Menschen ohne Job wie noch nie seit der Wiedervereinigung 1990.
  7. Deutschland hat die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit in der EU. 2016 waren sieben Prozent der 15- bis 24-Jährigen ohne Beschäftigung. Der EU-Durchschnitt lag bei knapp 19 Prozent.
  8. Fast jeder fünfte Arbeitsplatz in Deutschland ist durch die Digitalisierung in Gefahr. Das hat die OECD errechnet. Demnach haben 18 Prozent der Jobs in Deutschland ein „hohes Automatisierungsrisiko“.
  9. Ein viel diskutiertes Thema in Deutschland ist der drohende Fachkräftemangel. Bis 2030 könnten rund drei Millionen Stellen unbesetzt sein, so eine Studie der Wirtschaftsforscher von Prognos. Unter anderem fehlen Ärzte und Pflegepersonal.
  10. Die Deutschen gelten als überaus fleißig – dabei arbeiten sie vergleichsweise wenig: 2017 im Durchschnitt 1356 Stunden. In keinem anderen OECD-Land ist die Stundenzahl so gering. Der Wert erklärt sich durch relativ viele Urlaubs- und Feiertage und die große Zahl von Frauen, die in Teilzeit beschäftigt sind.

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