Frauen an die Spitze

Wie fördert Deutschland die Karrierechancen von Frauen? Fünf Fakten, die ihr kennen solltet.

Frauen holen bei der Karriere auf – doch es bleibt viel zu tun.
Frauen holen bei der Karriere auf – doch es bleibt viel zu tun. dpa

Sie übernehmen seltener Führungspositionen, verdienen weniger, gehen öfter in Teilzeit: Frauen haben es im Berufsleben nach wie vor schwerer als Männer – auch in Deutschland. Doch in den vergangenen Jahren gab es viele Fortschritte, lobt etwa die OECD. Mehr Frauen sind erwerbstätig, der Frauenanteil in Aufsichtsräten ist gestiegen, Eltern können Familie und Beruf besser miteinander vereinbaren. Fünf Fakten zu Frauen und Karriere:

1. Mehr berufstätige Frauen

Seit der Wiedervereinigung 1990 ist der Anteil der erwerbstätigen Frauen um 15 Prozent gestiegen. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit haben heute rund 71 Prozent der Frauen in Deutschland einen Job – fast zehn Prozent mehr als im Durchschnitt der OECD-Länder.

2. Rückkehr von Teilzeit in Vollzeit

Fast die Hälfte der Frauen arbeitet in Teilzeit. Bei den Männern sind es nur zwölf Prozent. Schon eine gering reduzierte Arbeitszeit verschlechtert Karrieremöglichkeiten. Deshalb will die Bundesregierung 2019 die Brückenteilzeit einführen. Damit haben Arbeitnehmer das Recht, für eine Weile in Teilzeit zu arbeiten und danach wieder auf Vollzeit umzusteigen.

3. Familie und Beruf

Das Elterngeld hat zwei positive Effekte: Es erleichtert berufstätigen Frauen die Entscheidung für eine Babypause und verbessert die Arbeitsteilung von Frauen und Männern bei der Kinderbetreuung. Seit 2007 bekommen Eltern 14 Monate lang einen Großteil ihres Gehalts vom Staat ersetzt, wenn beide eine Auszeit für die Familie nehmen. Eine Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung belegt den Erfolg: Inzwischen nehmen 35 Prozent der Männer Elternzeit; zuvor waren es nur drei Prozent. Zudem haben Eltern seit 2013 einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab einem Jahr.
 

4. Frauenquote und Gehaltstransparenz

Seit 2016 schreibt Deutschland eine Frauenquote für Aufsichtsräte vor: 30 Prozent des Gremiums müssen weiblich besetzt sein. Der Frauenanteil in den Aufsichtsräten der größten deutschen Konzerne lag im Frühjahr 2018 bei 34 Prozent, ergab eine Auswertung der amerikanischen Personalberatung Russell Reynolds. Außerdem können Frauen inzwischen herausfinden, ob sie beim Gehalt gegenüber männlichen Kollegen benachteiligt werden. Seit 2018 haben Beschäftigte das Recht, darüber von ihrem Arbeitgeber Auskunft zu erhalten.

5. Offensive für Mathe und Technik

Weil schon die Wahl des Studienfachs Weichen für spätere Karrierechancen stellt, fördern Verbände und Initiativen Frauen in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT), zum Beispiel der Bund Deutscher Ingenieurinnen.

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