Energie aus dem Norden

Nachhaltigkeit in Deutschland: Ein gemeinsames Projekt soll Energie für eine zukunftsfähige Wirtschaft in Europa liefern.

Offshore-Windpark in der Nordsee
Offshore-Windpark in der Nordsee picture alliance / dpa

Welche Rolle spielt die Nordsee in den deutschen Nachhaltigkeitsplänen?

Die Nordsee ist seit langem einer der großen Energielieferanten Europas. Jahrzehntelang war es Erdöl, seit vielen Jahren ist es aus Windenergie gewonnener Strom. Bereits jetzt liegt die rechnerische Kapazität der Offshore-Kraftwerke bei 12 Gigawatt im Jahr, bis 2030 sollen es 60 Gigawatt, bis 2050 sogar 300 Gigawatt werden.

Wer arbeitet daran?

Solch ehrgeizigen Ziele lassen sich nicht von einzelnen Staaten alleine erreichen, das geht nur durch Kooperationen. Deutschland und Dänemark arbeiten auf diesem Gebiet schon länger bilateral zusammen, etwa beim Kriegers-Flak-Windpark in der Ostsee gemeinsam mit Schweden. Beide Staaten sind Mitlieder der Nordsee-Energiekooperation NSEC mit weiteren 7 EU-Staaten und der EU-Kommission. Gemeinsames Ziel: Der Ausbau der Energieproduktion in der Nordsee.

Was verbirgt sich hinter der Vision „Offshore Hub“?

Zunächst: Es ist schon bald keine Vision mehr! 2016 entwickelte der deutsch-niederländische Netzbetreiber Tennet das Konzept einer riesigen Energiedrescheibe in der Nordsee, die einerseits den Strom verschiedener Windparks sammelt und ihn andererseits an mehrere Staaten verteilt. Durch die Leitungen könne die angeschlossenen Staaten aber auch Strom austauschen. Diese Vision wird nun in einer weiterentwickelten, dezentralen Version in die Realität umgesetzt. Anfang 2021 hat Dänemark beschlossen, gemeinsam mit Partnern vor Jütland die erste von mehreren Energieinseln zu bauen. Die Kosten bis zur Inbetriebnahme 2033 werden auf 28,24 Milliarden Euro beziffert.

Was sollen die Energieinseln leisten?

Neben den oben genannten Aufgaben, den Strom mehrerer Windparks zu sammeln und zu verteilen soll dort auch Strom-in-Gas-Umwandlung (Power-to-Gas), also Wasserstoffproduktion, angesiedelt werden, um Brennstoff für Industrie, Schiffe und Verkehr zu liefern. Da der rechnerisch anfallende Windstrom derzeit nur zu etwa 60 Prozent auch wirklich genutzt werden kann, würde die Wasserstoffproduktion die Effizienz der Offshore-Windparks merklich erhöhen.

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