„Der Verlauf der Pandemie hängt nur daran, wie wir uns verhalten“

Der Mikrobiologe Lothar Wieler ist der Mann an der Spitze des Robert Koch-Instituts in Berlin.

Lothar Wieler
Lothar Wieler picture alliance/dpa

Lothar Wieler genießt in Deutschland schon fast die Popularität eines Nachrichtensprechers. Auch seine aktuelle Tätigkeit hat durchaus Ähnlichkeiten mit diesem Berufsbild. Regelmäßig gibt er in viel beachteten Pressekonferenzen mit ruhiger sachlicher Stimme die neuesten Nachrichten zur Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland bekannt.

Doch Lothar Wieler ist Wissenschaftler und seit 2015 Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), der zentralen Forschungseinrichtung der Bundesregierung auf dem Gebiet der Krankheitsüberwachung und -prävention in Berlin. Zu den Kernaufgaben des RKI zählt die Erkennung, Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten. Dazu forscht das Institut, informiert die Öffentlichkeit und berät die Bundesregierung.

Wenn RKI-Präsident Wieler sich an die Öffentlichkeit wendet, kann er auf geballtes Wissen und viel Erfahrung zurückgreifen. Das RKI ist eine der ältesten Einrichtungen dieser Art weltweit – benannt ist es nach dem ersten Direktor des Instituts: Robert Koch entdeckte 1882 den Tuberkuloseerreger und erhielt dafür 1905 den Nobelpreis für Medizin. Heute beschäftigt das Institut 1100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, unter ihnen 450 Forschende.

Lothar Wieler kam schon als Junge mit seinem späteren Beruf in Kontakt. Mit seinem Vater, einem Tierarzt, fuhr er im Rheinland von Bauernhof zu Bauernhof und studierte später zunächst  Veterinärmedizin in München, bevor er sich in Gießen der Mikrobiologie widmete. 30 Jahre lang forschte und lehrte er zu Krankheitserregern, die zwischen Tieren und Menschen übertragen werden. Auch für den Ausbruch der Corona-Pandemie scheint eine Tier-zu-Mensch-Übertragung verantwortlich gewesen zu sein.

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