Deutschland richtet Entwicklungspolitik neu aus
Mit dem Reformplan „Zukunft zusammen global gestalten“ will Deutschland Länder des Globalen Südens noch besser unterstützen
Berlin (d.de) – Deutschland will seine Entwicklungspolitik grundlegend neu ausrichten. Dazu stellte Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan am 12. Januar einen Reformplan unter dem Titel „Zukunft zusammen global gestalten“ vor. „Wir leben in einer Zeit historischer Umbrüche. Die multipolare Welt wird konfliktreicher und dynamischer“, so Alabali Radovan. „Für mich sind diese Umbrüche nicht nur Herausforderung, sondern auch Chance: die Chance, Deutschlands Rolle zu stärken und internationale Solidarität zukunftsfähig zu machen.“
Die Arbeit des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) soll strategischer, fokussierter und partnerschaftlicher werden. Ein erster Schritt ist die stärkere Differenzierung der Zusammenarbeit. Haushaltsmittel sollen vor allem dort eingesetzt werden, wo sie am dringendsten gebraucht werden: in den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt, die mit Hunger, Armut und Ungleichheit kämpfen. Aufstrebende Volkswirtschaften wie etwa Indien, Südafrika oder Mexiko will man in Zukunft nur noch durch zurückzuzahlende Kredite unterstützen.
Insgesamt plant das Ministerium seine Ressourcen gezielter einsetzen. Insbesondere für die Länder des Globalen Südens strebt das BMZ eine Partnerschaft auf Augenhöhe an, die auch die Interessen Deutschlands klar benennt. Das sei eine notwendige Reaktion auf die neue geopolitische Realität, so die Ministerin. „Die alte Logik von reichem Geber und armem Nehmer ist überholt.“
Die Mittel des BMZ sind seit 2020 um rund20 Prozent geschrumpft. Dennoch zählt Deutschland immer noch zu den größten Geldgebern für Entwicklungszusammenarbeit weltweit.