Deutschland und Indien vertiefen Partnerschaft
Neue Vereinbarungen sollen die Zusammenarbeit zwischen Berlin und Neu-Delhi stärken: von Verteidigung über Rohstoffe bis Fachkräfte.
Ahmedabad (dpa, d.de) – Deutschland und Indien wollen in Zukunft noch enger miteinander kooperieren. Dazu wurden heute im Rahmen der Reise von Bundeskanzler Friedrich Merz nach Indien insgesamt 27 Absichtserklärungen und Ankündigungen unterzeichnet. Merz traf den indischen Regierungschef Narendra Modi in Ahmedabad im Bundesstaat Gujarat. Das ist die Heimatregion Modis – der Empfang dort gilt als eine besondere Geste der Wertschätzung. Bei seiner zweitägigen Reise wird Merz von einer großen Wirtschaftsdelegation begleitet. Der Indien-Besuch ist die erste größere Asien-Reise des deutschen Bundeskanzlers.
Bei den Kooperationsvereinbarungen geht es vor allem um eine engere Zusammenarbeit im Rüstungsbereich. Indien will in Zusammenarbeit mit dem deutschen Unternehmen Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) in Mumbai sechs U-Boote im Wert von acht Milliarden Euro bauen. Indien gilt nach der jüngsten Statistik des schwedischen Friedensforschungsinstituts SIPRI als größter Rüstungsimporteur der Welt.
Ebenfalls stärker zusammenarbeiten will man beim Abbau seltener Erden, der Förderung des Hockey-Nachwuchses in beiden Ländern und bei der Anwerbung von Fachkräften für das deutsche Gesundheitssystem. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Inder in Deutschland ist zwischen 2015 und 2025 nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeit von rund 25.000 auf 170.000 gestiegen.
Merz äußerte sich auch zu den aktuellen Protesten in Iran. Er verurteilte die Gewalt der Sicherheitskräfte gegen die Demonstranten als „unverhältnismäßig“ und „brutal“: „Ich rufe die iranische Führung auf, ihre Bevölkerung zu schützen, statt sie zu bedrohen.“ Die Gewalt sei ein Zeichen der Schwäche und kein Zeichen der Stärke, „und muss enden.“