„Historischer Tag für Europa“

Fast 100 Stunden stritten die 27 EU-Staaten ums Geld. Jetzt ist doch noch ein  Kompromiss gelungen. 

„Historischer Tag für Europa“
dpa

Brüssel (dpa) - Im Kampf gegen die Corona-Wirtschaftskrise haben sich die EU-Staaten auf das größte Haushalts- und Finanzpaket ihrer Geschichte geeinigt: Es hat einen Umfang von 1,8 Billionen Euro. Der Kompromiss wurde nach mehr als viertägigen Verhandlungen am frühen Dienstagmorgen bei einem Sondergipfel in Brüssel von den 27 Mitgliedsstaaten angenommen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich erleichtert. «Das war nicht einfach», sagte die CDU-Politikerin. Für sie zähle aber, «dass wir uns am Schluss zusammengerauft haben». Der Haushalt sei auf die Zukunft Europas ausgerichtet. «Historischer Tag für Europa», schrieb der französische Präsident Emmanuel Macron auf Twitter.

Erst am Montag war der umstrittenste Punkt gelöst und damit der Weg zum Gesamtdeal freigemacht worden. Man fand endlich einen Kompromiss zum Kern des Corona-Programms: Die sogenannten sparsamen Staaten akzeptierten, dass gemeinsame Schulden aufgenommen werden und das Geld als Zuschuss an EU-Staaten geht. Im Gegenzug willigten Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien ein, die Summe dieser Zuschüsse aus dem Corona-Programm von 500 Milliarden Euro auf 390 Milliarden zu verringern. Dazu kommen 360 Milliarden Euro, die als Kredit vergeben werden.