Müller neuer Chef der UN-Industrieagentur

Der deutsche Entwicklungsminister ist zum neuen Chef der Unido gewählt worden. Er muss noch formell bestätigt werden, bevor er im Januar sein Amt antreten kann.  

Müller neuer Chef der UN-Industrieagentur
dpa

Wien (dpa) - Der deutsche Entwicklungsminister Gerd Müller hat die Wahl zum Chef der UN-Organisation für Industrielle Entwicklung (Unido) gewonnen. Das gaben mehrere Diplomaten in Wien bekannt, darunter der EU-Botschafter Stephan Klement. Der CSU-Politiker setzte sich gegen Kandidaten aus Äthiopien und Bolivien durch. Müller muss noch Ende des Jahres von der Vollversammlung der Unido-Mitgliedstaaten formell bestätigt werden, bevor er im Januar sein neues Amt antreten kann.

Der 1966 gegründeten UN-Organisation Unido gehören 170 Staaten an. Die Organisation mit Sitz in Wien kümmert sich um die industrielle Entwicklung in ärmeren Ländern und hat dabei Armutsbekämpfung und Nachhaltigkeit im Blick. Sie wird seit 2013 vom Chinesen Li Yong geleitet. Die Unido hatte seit Mitte der 1990er Jahre mit dem Ausstieg mehrerer finanzkräftiger Mitglieder zu kämpfen, darunter die USA, Kanada, Australien, Frankreich und Großbritannien.

Im September hatte Müller angekündigt, 2021 nicht mehr für den Bundestag zu kandidieren. Das aus 53 Staaten bestehende Lenkungsgremium der Organisation nominierte den 65-Jährigen am Montag nach mehreren Wahlgängen als Nachfolger von Li. Die Europäische Union unterstützte seine UN-Kandidatur.

«Der Kampf gegen Covid-19 und den Klimawandel erfordert eine stärkere Verpflichtung der Industrieländer zur Zusammenarbeit mit den Entwicklungsländern. Wir brauchen mehr Innovation und Investitionen sowie globalen Technologie- und Wissenstransfer», sagte Müller nach der Wahl laut einer Mitteilung des Entwicklungsministeriums. «Unser Ziel ist eine gerechte Globalisierung, eine nachhaltige industrielle Entwicklung sowie die Schaffung von Arbeitsplätzen und Zukunftsperspektiven in den Entwicklungsländern.»

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