Zum Hauptinhalt springen
Deutschland engagiert sich seit mehr als 50 Jahren in den Vereinten Nationen.
Deutschland engagiert sich seit mehr als 50 Jahren in den Vereinten Nationen. © picture alliance/dpa

Deutschlands Engagement in den UN

Deutschland übernimmt auf vielfältige Weise Verantwortung in den Vereinten Nationen – von humanitärer Hilfe bis zu Friedensmissionen.

16.10.2026

Ob als weltweit zweitgrößter Beitragszahler, Heimat zahlreicher UN-Institutionen oder mit Beteiligungen an UN-Friedensmissionen – das Engagement in den Vereinten Nationen ist zentraler Bestandteil der deutschen Außenpolitik. Seit dem Beitritt im September 1973 übernahm die Bundesrepublik Deutschland Jahr für Jahr mehr Verantwortung.

Deutschland in den Vereinten Nationen

Am 18. September 1973 traten die Bundesrepublik Deutschland und die damalige Deutsche Demokratische Republik (DDR) den Vereinten Nationen bei, vorher war eine Mitgliedschaft nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst undenkbar gewesen. Heute gehört Deutschland weltweit nicht nur zu den größten Unterstützern der UN, sondern setzt sich auch für ihre Stärkung ein. überzeugt davon, dass sich globale Fragen auch nur global lösen lassen. Die regelbasierte internationale Ordnung mit der Charta der Vereinten Nationen und dem Völkerrecht als Fundament ist hierfür unverzichtbar.

Die deutsche Unterstützung der Vereinten Nationen spiegelt sich unter anderem in den finanziellen Beiträgen wider. Seit Jahren ist Deutschland der zweitgrößte Beitragszahler zum gesamten UN-System. Die Bundesrepublik ist auch einer der größten Geber humanitärer Hilfe, im Jahr 2025 belief sich die bereitgestellte Hilfe auf 1,06 Milliarden Euro. Für den regulären UN-Haushalt steht Deutschland an vierter Stelle der Beitragszahler.

Verlässlicher Partner bei Peacekeeping-Missionen

Seit Jahren beteiligt sich Deutschland auch mit militärischen, polizeilichen und zivilen Kräften an Friedensmissionen der Vereinten Nationen. Deutschland ist der viertgrößte Pflichtbeitragszahler der UN-Friedensmissionen nach den USA, China und Japan. Die Bundeswehr entsendet aktuell (Sptember 2026) rund 220 Soldatinnen und Soldaten in die UN- Einsätze MINURSO in Westsahara, UNMISS in Südsudan und UNIFIL in Libanon. Die UN-Mission UNIFIL wird unter anderem durch ein deutsches Schiff der Maritime Task Force unterstützt. Deutschland hat zudem Soldatinnen und Soldaten aus über 100 Ländern auf ihren Einsatz für die UN vorbereitet, etwa durch Lehrgänge im UN-Ausbildungszentrum in Hammelburg, in der Führungsakademie und in Mobilen Trainingsteams der Bundeswehr.

 

Deutsche Soldaten brechen zu einer UN-Mission auf.
Deutsche Soldaten brechen zu einer UN-Mission auf. © picture alliance/dpa

Mehr als 30 UN-Einrichtungen in Deutschland

Deutschland beteiligt sich nicht nur an zahlreichen Missionen, sondern ist auch Heimat für fast 40 UN-Institutionen mit mehr als 1.000 Beschäftigten. Der wichtigste Standort ist Bonn, die frühere Hauptstadt der Bundesrepublik vor der deutschen Wiedervereinigung. Auf dem dortigen UN-Campus sind knapp 30 Einrichtungen angesiedelt. Zuletzt kündigte das UN-Entwicklungsprogramm UNDP im Januar 2026 an, einen Teil seiner Mitarbeitenden nach Bonn zu verlegen. 

Deutschland als Mitglied im UN-Sicherheitsrat

Ein zentrales Gremium der Vereinten Nationen ist der UN-Sicherheitsrat, dem fünf ständige und zehn nicht-ständige Mitglieder angehören. Deutschland übernahm dort bislang sechs Mal als nicht-ständiges Mitglied Verantwortung, zuletzt von 2019 bis 2020. Zudem setzt sich die Bundesregierung für eine Reform des Sicherheitsrats ein, um unter anderem eine angemessene Repräsentanz afrikanischer Staaten und zentraler Beitragszahler zu erreichen.

Sitz im UN-Menschenrechtsrat 2027 bis 2029 

Deutschland ist für 2027 bis 2029 erneut zum Mitglied des UN-Menschenrechtsrates gewählt worden. Es ist das sechste Mal, dass Deutschland dem Gremium angehört. Seit der Gründung des Rates 2006 zählt die Bundesrepublik zu seinen wichtigsten Unterstützern. Besonders engagiert hat sich Deutschland beispielsweise für die Dokumentation von Menschenrechtsverletzungen in Ländern wie Iran, Syrien oder Sudan. Auch für den Schutz von Verteidigerinnen und Verteidigern der Menschenrechte setzt Deutschland sich ein. In der kommenden Amtszeit liegt ein weiterer Fokus auf der Reform des Menschenrechtsrates.