„Wir sind füreinander da“
Das deutsch-ukrainische Netz der Städtepartnerschaften wächst – erst recht seit Beginn des russischen Angriffskriegs.
Es muss nicht immer die große Weltpolitik sein: „Auch verhältnismäßig kleine Projekte signalisieren den Menschen in der Ukraine: Wir sind füreinander da.“ Oleksii Makeiev, Botschafter der Ukraine in der Bundesrepublik Deutschland, betonte dies auf der „7. Deutsch-Ukrainischen Kommunalen Partnerschaftskonferenz“ im September 2025 in Münster. Schon die Regelmäßigkeit der Konferenzen – im Oktober 2026 findet in Berlin die nächste statt – zeigt: Bei den deutsch-ukrainischen Städtepartnerschaften ist viel in Bewegung.
Großes deutsch-ukrainisches Netzwerk
Bereits seit 2015 unterstützt eine Servicestelle im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ein Netzwerk aus mittlerweile 250 kommunalen Partnerschaften. Seit dem russischen Angriff im Februar 2022 haben sich zahlreiche deutsche Städte bei der Servicestelle gemeldet, die ukrainischen Kommunen helfen möchten. Im Netzwerk unterstützen sich die Partner beider Länder zu Themen wie Energieeffizienz, nachhaltiger Stadtentwicklung und „Guter Lokaler Regierungsführung“. Zudem wurden zuletzt mehrere neue Partnerschaften zwischen deutschen und ukrainischen Großstädten geschlossen.
Kiel und Cherson, Heidelberg und Odesa
Im Jahr 2024 besiegelten zum Beispiel die Städte Kiel und Cherson eine neue Partnerschaft, ebenso Frankfurt am Main und Lviv. Die ukrainische Schwarzmeer-Metropole Odesa, die zuvor bereits mehrere Kooperationen mit deutschen Städten geknüpft hatte, startete 2025 mit Heidelberg eine neue Partnerschaft. Die Stadt hat Odesa seit Kriegsbeginn unter anderem mit Spenden von Feuerwehr- und Müllfahrzeugen unterstützt und ukrainische Waisen zu einem Freizeit- und Erholungsprogramm nach Heidelberg eingeladen. Unzählige solcher vom ukrainischen Botschafter angesprochener „kleiner Projekte“ stärken die deutsch-ukrainischen Beziehungen – und zugleich werden Visionen gewagt: So hilft Berlin seiner ukrainische Partnerstadt Kyjiw beim Aufbau einer neuen Tourismusagentur, um Perspektiven für die Zeit nach Kriegsende zu bieten.