Drohnen im humanitären Einsatz

Eine deutsche Unicef-Mitarbeiterin hat in Malawi ein Zukunftsprojekt besucht: die afrikanische Drohnen- und Datenakademie.

Start einer Drohne in einem Dorf in Malawi
Start einer Drohne in einem Dorf in Malawi UNICEF/UN070530/Brown

Malawi im Südosten Afrikas gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Anfang November 2021 war die deutsche Unicef-Mitarbeiterin Claudia Berger dort. „An vielen Stellen habe ich nackte Verzweiflung gesehen“, berichtet sie nach ihrer Rückkehr nach Deutschland. „Die Menschen sorgen sich jetzt, wie die nächste Ernte wird, ob es zu Überschwemmungen kommt.“ Doch Berger besuchte in Malawi auch die Afrikanische Drohnen- und Datenakademie: „Nach einer Reise, bei der ich sehr viel Armut gesehen habe, bin ich dort in eine ganz andere Welt gekommen.“

Vom Drohnenkorridor bis zum Lehrgang an der Uni

Im Jahr 2017 wurde in Malawi der erste Drohnenkorridor eröffnet, um die bei Flügen mit den kleinen Fluggeräten gesammelten Daten für humanitäre Zwecke zu nutzen. Seit 2020 finanziert Unicef die Afrikanische Drohnen- und Datenakademie an der University of Science and Technology. Acht Studierende aus Malawi und acht weitere Studierende aus anderen afrikanischen Staaten lernen dort unter anderem, wie sie Daten sammeln und Drohnen fliegen können.

„Die Teilnehmenden sind wirklich bis in die Haarwurzeln motiviert, etwas in ihren Ländern zu verändern“, erzählt Berger. Gut erinnert sich die Unicef-Mitarbeiterin an eine Situation, als bei einer Präsentation der Studierenden der Strom ausfiel: „Sie haben einfach weitergemacht, ohne mit der Wimper zu zucken, als wollten sie zeigen: Egal, was passiert, wir rocken das Ding.“ In Malawi, ergänzt Berger, haben nur zehn Prozent der Menschen in den Städten und drei Prozent der Menschen auf dem Land Strom.

Die Einsatzmöglichkeiten für die Drohnenflüge sind groß: Es lasse sich zum Beispiel herausfinden, „wo sich Brutstätten von Mücken befinden, um so Malaria besser zu bekämpfen“, erklärt Berger. „Bei Überschwemmungen helfen die Drohnenflüge, um zu sehen, wie schlimm die Situation ist und was die Menschen brauchen. Ab 2022 sollen mit Drohnen Corona-Impfstoffe an entlegene Orte gebracht werden.“

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