Die Idee ist nur der erste Schritt

Vier Startups aus Deutschland: Ob Energiegewinnung oder Müll-Roboter, das wichtigste Ziel ist die praktische Umsetzung bis zur Marktreife.

Sonnenenergie kann alle Probleme lösen.
Sonnenenergie kann alle Probleme lösen. picture alliance / dpa

Die deutsche Wirtschaft gehört zu den stärksten und innovativsten der Welt. Wir stellen Euch vier Startups vor, die mit außergewöhnlichen Ideen diesen Anspruch unterstreichen. Drei beschäftigen sich mit Energie und eines macht unsere Umwelt sauber.

Heliatek – Alle Flächen werden Kraftwerke

Dünne, bald sogar durchsichtige Folien aus Kunststoff, beschichtet mit organischen Materialien, produzieren Solarenergie, wie es bisher nur schwere und klobige Panels tun. Das ist nicht die Vision der Dresdner Firma Heliatek, es ist ihre Gegenwart. Sie hat diese mit 315 Patenten geschützte OPV-Technologie entwickelt und zur Marktreife gebracht, 70 Prozent der Produktion für 2022 ist bereits verkauft. Die Visionen von Heliatek wachsen mit den realen Erfolgen: Im Jahr 2030 ermöglichen wir es, dass jedes Gebäude energieneutral sein kann, heißt es auf der Website des Unternehmens.

Marvel Fusion – Ein sauberer Reaktor

Ein Atomreaktor ohne Kettenreaktion, Strahlung und radioaktiven Abfall? Marvel Fusion aus München verspricht genau das: Laser sollen Wasserstoff und Bor erhitzen, sodass sie zu Helium verschmelzen. Bei dieser Fusion wird viel Energie freigesetzt. Aber sonst nichts, keine nennenswerte Strahlung, etwa so viel, wie in einer Röntgen-Praxis, keine radioaktiven Abfälle und eine möglicherweise unkontrollierbare Kettenreaktion gibt es auch nicht. Wird der Laser ausgeschaltet, stoppt die Fusion. Spitzenforscher aus aller Welt arbeiten an diesem Projekt. Zur Zeit prüft Marvel Fusion mögliche Standorte für ein rund zwei Milliarden Euro teures Versuchskraftwerk.

Phelas – Luft als Energiespeicher

Energie nachhaltig gewinnen ist ein Problem, sie zu speichern ein weiteres. Das kaum zwei Jahre alte Münchener Startup Phelas setzt auf Luft als Speicher. Verflüssigte Luft gibt die fürs Komprimieren verwendete Energie wieder ab, wenn sie gasförmig wird. Die Speicher in der Größe von Normcontainern können überall aufgestellt werden – da, wo Energie gewonnen wird genauso wie da, wo sie gebraucht wird. Noch ein Vorteil: Bei einem Unfall entweicht … Luft. Phelas hat namhafte Unterstützer, etwa die europäische Traumfahrtagentur ESA und will 2025 seine Produkte am Markt anbieten.

Angsa – Ein Roboter räumt auf

Kronkorken und Zigarettenkippen – kleine Dinge werden zum großen Thema, wenn sie Wiesen und Parks vermüllen. Die mühselige Reinigung soll bald ein Roboter des Startups Angsa Robotics übernehmen. Der Roboter erkennt mittels Kamera und künstlicher Intelligenz, was er gezielt aufsaugen soll. 2022 wollen die Münchener Studenten Karl Schulz , Bilal Tariq und Lukas Wiesmeier ihren selbstfahrenden Müllsammler auf den Markt bringen. Angsa übrigens heißt Schwan auf Indonesisch; Tariq kam aus Indonesien zum Studium an die TU München.

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