Bohren bis zum Durchbruch

Elon Musk lädt zum internationalen Bohr-Wettbewerb – und zwei deutsche Teams sind im Finale. Ein Blick auf ein spektakuläres Projekt.

Projektleiter Haokun Zheng mit der Maschine von TUM Boring
Projektleiter Haokun Zheng mit der Maschine von TUM Boring Andreas Heddergott/TUM

Der Visionär Elon Musk lädt erneut zum internationalen Wettbewerb: Nach den spektakulären Duellen um das schnellste Hyperloop-Gefährt, geht es nun um einen besonderen Bohrer. Beides hängt zusammen: Die neue „Not-a-Boring Competition“ sucht nach Lösungen für den Bau von Tunneln, von denen auch das Hyperloop-System profitieren könnte. Das Ziel des Wettbewerbs, dessen Finale im Sommer 2021 in den USA stattfinden soll: einen 30 Meter langen Tunnel mit einem Durchmesser von einem halben Meter zu bohren – und dabei schneller als eine Schnecke zu sein, denn aktuell sind Schnecken noch über zehnmal schneller als Tunnelbohrmaschinen. Aus fast 400  Bewerbungen weltweit wurden zwölf Teams ausgewählt. Auch zwei deutsche Teams zählen zu den „Digging Dozen“. Wir stellen sie hier vor:

TUM Boring – Innovation in Tunneling

Der Großteil des Teams von TUM Boring studiert an der Technischen Unversität München (TUM), dem Seriensieger bei Elon Musks internationalem Hyperloop-Wettbewerb. Aber auch Studierende der Hochschule München, der LMU München und der FU Berlin gehören dem 60-köpfigen Team aus 16 Ländern an. Die erste Bohrung mit einem Prototypen fand im Garten eines Projektleiters statt. Mittlerweile stellen Industriepartner Spezialteile und ein Fertigungsgelände zur Verfügung.

Der „Dirt-Torpedo“ der Dualen Hochschule Baden-Württemberg

Die Entwicklung des „Dirt-Torpedo“ begann ausschließlich virtuell. Die Computersimulationen waren aber so überzeugend, dass sich die Studierenden der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) für das Finale der „Not-a-Boring Competition“ qualifizieren konnten. Seitdem treibt das Kernteam der zehn Studierenden das Projekt mit enormem Einsatz voran. Leiter Adrian Fleck fasst den Aufbau des Bohrers gegenüber der Presse zusammen: „Vorne ist der Bohrer, der das Erdmaterial zusätzlich ansaugt. Dahinter befindet sich ein Bewegungsstück, welches sich ähnlich wie ein Wurm zusammenziehen und ausdehnen kann. Die Innovation ist der letzte Teil: Damit baut die Maschine von selbst einen Tunnel aus Beton.“

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