Mitreden über die Schule von morgen

Wie Jugendliche sich organisieren, um ihre Interessen einzubringen: Dario Schramm von der Bundesschülerkonferenz im Interview.

Unterricht an einem Gymnasium in München
Unterricht an einem Gymnasium in München picture alliance/dpa

Dario Schramm ist Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz. Er hat gerade sein Abitur an einer Gesamtschule in Bergisch-Gladbach gemacht. Seit vielen Jahren ist er Schülervertreter.

Dario Schramm: „Viele Möglichkeiten zur Veränderung gesehen“
Dario Schramm: „Viele Möglichkeiten zur Veränderung gesehen“ Blackbird Visual

Gab es eine Initialzündung für Ihr Engagement?
Das fing in der achten Klasse an. Mir ging es damals noch gar nicht um die großen bildungspolitischen Themen – ich war einfach unzufrieden mit dem Mensaessen an unserer Schule und habe mich für eine bessere Lösung eingesetzt. Danach habe ich immer mehr Möglichkeiten für Veränderung gesehen und mich dafür engagiert – erst auf Kreis-, dann auf Landes- und schließlich auf Bundesebene.

Bildung ist in Deutschland Ländersache – was ist die Rolle der Bundesschülerkonferenz und was sind deren Hauptthemen?
Dort kommen Schülervertreterinnen und -vertreter aus allen Bundesländern zusammen und stimmen Positionen ab, die wir gegenüber der Politik gemeinsam vertreten. Mit Blick auf die Bundestagswahl haben wir gerade einen 13-seitigen Forderungskatalog erstellt: Unsere Anliegen reichen von mehr Projekten gegen Rassismus über einen Ausbau der Schulsozialarbeit bis hin zur Digitalisierung.

In der Corona-Pandemie setzt sich das Gremium vor allem dafür ein, die Folgen für Schülerinnen und Schüler möglichst gering zu halten – mit Erfolg?
Im Mai 2021 hat die Bundesregierung ein Aufholpaket für Kinder und Jugendliche beschlossen. Zwar ist das Paket nicht hundertprozentig so geworden, wie wir es uns gewünscht hätten, aber bei einigen Themen – zum Beispiel bei der Unterstützung von Nachhilfe – konnten wir Impulse geben. 

Tauscht sich die Bundesschülerkonferenz auch international aus?
Wir sind Mitglied im europäischen Dachverband nationaler Schüler- und Schülervertretungsorganisationen OBESSU. Es ist spannend zu sehen, wie die Schulsysteme in anderen Ländern funktionieren, gerade vor dem Hintergrund der Pandemie.

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