So funktioniert das deutsche Schulsystem

Gibt es Schulgebühren? Warum gilt Schulpflicht? Wir erklären die Besonderheiten des deutschen Schulsystems.

Die Schultüte mit Geschenken ist ein Brauch zur Einschulung.
Die Schultüte mit Geschenken ist ein Brauch zur Einschulung. iStockphoto

Im Unterschied zu Ländern mit reiner Bildungspflicht dürfen Eltern in Deutschland ihre Kinder nicht zuhause unterrichten. Hier gilt die generelle Schulpflicht, die mit dem staatlichen Erziehungsauftrag begründet wird. Kinder werden in der Regel mit sechs Jahren eingeschult und gehen mindestens neun Jahre lang zur Schule.

Wie das Schulsystem in Deutschland aufgebaut?

Zunächst besuchen Kinder vier Jahre lang eine Grundschule. In der vierten Klasse entscheidet sich, wie sie ihren Bildungsweg fortsetzen. Das System der weiterführenden Schulen ist in Hauptschulen, Realschulen, Gymnasien und Gesamtschulen gegliedert.

Die Hauptschule endet nach der 9. Klasse mit dem Hauptschulabschluss, die Realschule nach der 10. Klasse mit dem Realschulabschluss. Danach können die Jugendlichen eine Berufsausbildung beginnen oder die Schule fortsetzen. Das Gymnasium schließt nach der 12. oder 13. Klasse mit dem Abitur, das zum Studium an einer Hochschule berechtigt.

Gibt es in Deutschland Schulgebühren?

Die öffentlichen Schulen mit ihrem hohen Bildungsniveau sind in Deutschland kostenlos und werden durch Steuern finanziert. Rund neun Prozent der Schüler werden an Privatschulen unterrichtet, die von den Eltern Schulgeld verlangen.

Wo liegt die Verantwortung für die Schulen?

In Deutschland ist Schule nicht zentral organisiert, sondern Ländersache. Verantwortlich sind die Kultusministerien der 16 Bundesländer. In jedem Bundesland können das Angebot an Fächern, Lehrpläne, Abschlüsse und Übergänge zwischen den Schulformen anders geregelt sein.

Welche Themen beeinflussen die bildungspolitische Debatte?

 

  • Digitalisierung: Vielen Schulen in Deutschland mangelt es noch an schnellem Internet, der erforderlichen Technik und Lehrern, die Lust auf neue Unterrichtsmethoden haben. Das soll der Digitalpakt Schule ändern, mit dem Bund und Länder die Schulen besser mit digitaler Technik ausstatten wollen.

 

  • Chancengleichheit: Alle Kinder sollen in der Bildung die gleichen Chancen haben. Bildungserfolg ist in Deutschland allerdings stark von der sozialen Herkunft abhängig. Der Trend ist aber positiv, die Chancengleichheit hat zugenommen. Dies zeigt eine 2018 veröffentlichte Sonderauswertung der PISA-Studie, der internationalen Schulleistungsstudie der OECD. Kritiker sehen auch in der frühen, leistungsorientierten Aufteilung der Schüler nach der Grundschule einen Nachteil für sozial benachteiligte Schüler, Migrantenkinder und Kinder mit Behinderungen.

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