Geberkonferenz für Afghanistan

Die internationale Gemeinschaft will den Hunger bekämpfen und das öffentliche Leben vor dem Zusammenbruch bewahren. Außenminister Maas knüpft das an Bedingungen.

Afghanische Kinder
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Genf (dpa) - Knapp einen Monat nach der Rückkehr der militant-islamistischen Taliban an die Macht in Afghanistan hält die internationale Gemeinschaft am Montag in Genf eine Geberkonferenz ab. Ziel des Treffens unter dem Dach der Vereinten Nationen ist, den Hunger in dem zentralasiatischen Land zu bekämpfen und das öffentliche Leben vor dem Zusammenbruch zu bewahren. UN-Hilfsorganisationen haben einen Finanzbedarf von 606 Millionen Dollar (513 Millionen Euro) bis Dezember angemeldet. Viele Länder sind zu humanitärer Hilfe bereit, wollen daran aber Bedingungen knüpfen.

Zu der Konferenz werden etwa 40 Minister erwartet, darunter der deutsche Außenminister Heiko Maas (SPD). Auch UN-Generalsekretär Antonio Guterres will nach Genf kommen. Viele andere sind nur per Videoschalte dabei. Die Taliban sind in Afghanistan seit Mitte August wieder an der Macht. Die internationalen Truppen haben das Land nach annähernd 20-jährigem Einsatz nahezu vollständig wieder verlassen.

Außenminister Maas sagte vor dem Abflug nach Genf: «Es liegt an uns als internationale Gemeinschaft, jetzt Verantwortung für die Menschen in Afghanistan zu übernehmen und humanitäre Hilfe dort zu leisten, wo sie so dringend benötigt wird. Dies setzt entsprechenden Zugang für die humanitären Organisationen in Afghanistan ebenso voraus wie die Tatsache, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hilfsorganisationen bei ihrer Arbeit nicht Einschüchterung, Willkür und Einschränkungen durch die Taliban fürchten müssen.» Klar sei, ein über reine Nothilfe hinausgehendes Engagement in Afghanistan stehe weiter nicht zur Debatte. Allein das Handeln der Taliban werde darüber entscheiden, ob diese Linie in Zukunft angepasst werden könne.

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