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Streiten will gelernt sein

Wettstreit der Argumente: Jugendliche und Studierende trainieren an deutschen Schulen und Hochschulen, wie man fair diskutiert. 

Wolf ZinnWolf Zinn, 16.03.2026
Zwei junge Frauen an einem Redepult
Bundesfinale „Jugend debattiert“ 2025: Die 16-jährige Valbona Hoti (M.) gewinnt in ihrer Altersgruppe. © Mike Auerbach

Soll das Alter der Strafmündigkeit von 14 auf 12 Jahre gesenkt werden? Eine schwierige Frage, die derzeit in Deutschland diskutiert wird – und selbst gestandenen Profis aus Politik und Justiz Kopfzerbrechen bereitet. Beim Bundesfinale 2025 von „Jugend debattiert“ sind es 15- und 16-jährige Schülerinnen und Schüler, die sich über Pro und Kontra streiten – vor rund 600 Zuschauern und einer Fachjury in Berlin.

Ian Pantel aus Nürnberg sagt: In manchen Fällen wussten die Kinder genau, dass sie etwas Falsches getan haben – deshalb könnten sie auch verantwortlich gemacht werden.

Emma Knop aus Hamburg hält dagegen, dass Kindern unter 14 Jahren die Reife fehle, um die Folgen ihrer Straftaten richtig einzuschätzen. Mit ihren Beiträgen überzeugt Emma die Jury und gewinnt in ihrer Altersgruppe.

Auch die zweite Streitfrage hat es in sich: Sollte es eine nationale Behörde zur Abwehr von Desinformation geben? „Nein“, sagt Valbona Hoti aus Ellwangen. Die 16-Jährige befürchtet, eine solche Behörde könnte zu viel Macht bekommen und somit das Vertrauen in die Demokratie schwächen. Sie kommt auf den ersten Platz, weil sie sich mit der Frage nach Meinung der Jury am klarsten und ausgewogensten auseinandersetzt.

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Jugendliche trainieren den konstruktiven Streit

Seit 2001 gibt es den bundesweiten Wettbewerb „Jugend debattiert“ unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. In ganz Deutschland diskutieren seitdem rund 200.000 Jugendliche an den beteiligten Schulen über die unterschiedlichsten Themen – lösungsorientiert und respektvoll. Darüber hinaus nehmen Tausende Deutsch lernende Schülerinnen und Schüler aus fast 40 Ländern weltweit an einem internationalen Wettbewerb teil. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bringt das demokratische Anliegen des von der Bundesregierung geförderten Bildungsprogramms auf den Punkt: „Wir brauchen faire und lebhafte Debatten statt Fake News.“

Debattierclubs: Streit als Turnierbetrieb

Wer seine Streitlust nach seinem Schulabschluss weiterhin ausleben möchte, findet dazu reichlich Gelegenheit an den deutschen Hochschulen – in rund 70 Debattierclubs mit zahlreichen Turnieren. Auch hier wird nach festen Regeln diskutiert: Es geht um logischen Aufbau, rhetorisch ausgefeilte Erwiderungen – und letztlich darum, überzeugender zu sein als die Gegenseite. Höhepunkt ist die jährliche Deutschsprachige Debattiermeisterschaft. Doch die Szene ist nicht auf die deutsche Sprache beschränkt: Viele Clubs debattieren auch auf Englisch und nehmen mit ihren Teams an internationalen Wettbewerben wie der World Universities Debating Championship (WUDC) teil.

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