55 Jahre diplomatische Beziehungen

Steinmeier und Rivlin würdigen die Annäherung von Deutschland und Israel seit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen.

55 Jahre diplomatische Beziehungen
dpa

Berlin/Jerusalem (dpa) - Die Präsidenten Deutschlands und Israels, Frank-Walter Steinmeier und Reuven Rivlin, haben die Annäherung beider Staaten seit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen vor 55 Jahren gewürdigt.

«In dieser Zeit sind über dem furchtbaren, dem vermeintlich ewig trennenden Abgrund der Shoah zahlreiche Brücken und Verbindungen in eine bessere, gemeinsame Zukunft entstanden», sagte Steinmeier am Dienstag in Berlin nach einem Telefongespräch mit Rivlin. «Wir haben allen Anlass, dieses von Menschen beider Länder geschaffene Wunder zu feiern.» Gerne wäre er dafür wie geplant nach Israel gereist. «Diesen Besuch hole ich nach, sobald es die Umstände erlauben.»

Steinmeier hatte Ende April zu einem Staatsbesuch nach Israel reisen wollen, diesen aber wegen der Corona-Pandemie absagen müssen. Beide Staatsoberhäupter hatten sich im Januar rund um den 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz in Jerusalem, Auschwitz und Berlin getroffen.

Rivlin bedauerte, dass beide Staaten die Aufnahme diplomatischer Beziehungen vor 55 Jahren nur auf Distanz begehen könnten. Er betonte, dass die beiderseitigen Beziehungen in den vergangenen Jahren immer enger geworden seien. Rivlin äußerte seine Trauer über die vielen Menschenleben, die das Coronavirus in Deutschland gekostet habe. Er äußerte die Hoffnung, dass Steinmeier seinen Staatsbesuch so schnell wie möglich nachholen könne.