11. Februar: News aus Deutschland

CDU will Migrationspolitik reformieren + Firmen sollen Menschenrechte im Ausland achten + „Napalm-Girl“ mit Friedenspreis geehrt.

CDU will Migrationspolitik reformieren
dpa

Migration: CDU erarbeitet Reformvorschläge

Berlin (dpa) - Die CDU will bei einem „Werkstattgespräch“ mit Praktikern und Wissenschaftlern an diesem Montag Reformvorschläge für die deutsche und europäische Migrationspolitik vorlegen. Führende Politiker von CDU und CSU diskutieren in Berlin mit rund 100 geladenen Gästen in vier Arbeitsgruppen über Migration, Sicherheit und Integration. Zum Abschluss sollen Handlungsempfehlungen für das Parlament und die Bundesregierung abgegeben werden.

Der Migrationsforscher Gerald Knaus plädierte für „moralischen Realismus“. Er schlug vor, Deutschland solle mit anderen europäischen Ländern Aufnahmelager am Mittelmeer einrichten und Migranten von dort nach schnellen Asylverfahren in ihre Herkunftsländer zurückschicken. Im Gegenzug könnten ihnen begrenzte Kontingente für die legale Einwanderung nach Europa in Aussicht gestellt werden.

Menschenrechte: Firmen in der Verantwortung

Berlin (dpa) - Deutsche Unternehmen sollen verpflichtet werden, bei ihren Zulieferern stärker auf die Einhaltung der Menschenrechte zu achten. Einen entsprechenden Gesetzentwurf hat nach Informationen der „taz“ das Entwicklungsministerium erarbeitet. Darin gehe es um eine Sorgfaltspflicht sowie soziale und ökologische Standards.

Das Gesetz ist auch als Reaktion auf die Katastrophen in den asiatischen Fabriken Rana Plaza und Ali Enterprises zu sehen, bei denen in der Vergangenheit hunderte Arbeiter starben. Unternehmen mit Sitz in Deutschland müssten dann zum Beispiel stärker darauf achten, dass Fabrikgebäude im Ausland sicher gebaut sind, dass die Beschäftigten dort existenzsichernde Löhne erhalten und dass zulässige Arbeitszeiten nicht überschritten werden.

Außerdem dürfe die Arbeitsumgebung nicht durch giftige Chemikalien verseucht sein. Das Gesetz soll vornehmlich für größere Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten und mehr als 40 Millionen Euro Jahresumsatz gelten.

Friedenspreis für „Napalm-Girl“
dpa

Friedenspreis für „Napalm-Girl“

Kim Phuc Phan Thi ist das „Napalm-Girl“ auf dem berühmten Foto des Vietnamkriegs. Ein Kriegsreporter fotografierte am 8. Juni 1972, wie die Neunjährige nach dem Napalm-Angriff auf ihr Dorf Trảng Bàng nackt und schreiend vor Schmerzen über eine Straße läuft. „Wenn ich allein bin, meide ich das Bild“, sagt die 55-Jährige. „Aber ich kann damit für den Frieden arbeiten, das ist meine Vision.“ Seit vielen Jahren engagiert sie sich als UN-Botschafterin für Versöhnung und kümmert sich mit einer eigenen Stiftung um Kinder aus Kriegsgebieten. Dafür bekommt sie jetzt den mit 10.000 Euro dotierten Dresdner Friedenspreis.