Coronavirus: Die aktuelle Lage

In Deutschland gibt es immer mehr Fälle. Die Bundesregierung richtet einen Krisenstab ein.

Coronavirus: Die aktuelle Lage

Nach weiteren neuen Coronavirus-Nachweisen in Deutschland erwarten Experten immer mehr Fälle von Sars-CoV-2. «Wir befinden uns am Beginn einer Corona-Epidemie in Deutschland», sagte Gesundheitsminister Jens Spahn am Mittwochabend in Berlin. «Die Infektionsketten sind teilweise - und das ist die neue Qualität - nicht nachzuvollziehen.» Er komme «immer mehr zu der Überzeugung, die Wahrscheinlichkeit, dass diese Epidemie an Deutschland vorbeigeht, wird sich nicht erfüllen und nicht ergeben», sagte der CDU-Politiker.

Krisenstab wird eingerichtet

Angesichts der Ausbreitung des neuen Coronavirus in Deutschland bildet die Bundesregierung einen Krisenstab. Bundesinnenminister Horst Seehofer und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn wollten am Donnerstag in Berlin über die Einrichtung des gemeinsamen Krisenstabes ihrer Ministerien informieren, hieß es am Mittwoch in einer Einladung. Das Bundesinnenministerium ist unter anderem für Bevölkerungsschutz, Krisenmanagement und für die Bundespolizei zuständig. Grenzschließungen sind aber nach Angaben der Bundesregierung derzeit nicht geplant.

Coronavirus breitet sich aus

Aus weiteren europäischen Ländern wurden erste Fälle gemeldet, etwa aus Dänemark, Norwegen, Estland und Rumänien. In Italien sind inzwischen mehr als 400 Menschen infiziert, 12 starben. In China, dem Ursprungsland des Virus, stieg die Zahl der Todesopfer auf 2715. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen kletterte um 406 auf über 78.000. Sämtliche neuen Todesfälle und fast alle neuen Infektionen wurden aus der Provinz Hubei gemeldet, wo das Virus in der Millionenmetropole Wuhan ausgebrochen war.

Schlimme Folgen für die Wirtschaft

Die Epidemie beeinträchtigt auch zunehmend die Wirtschaft. Deutsche und andere europäische Unternehmen in China leiden schwer unter der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus. «Die Auswirkungen sind insgesamt schlimm», stellten die deutsche und die europäische Handelskammer in China am Donnerstag nach einer Umfrage unter ihren Mitgliedsunternehmen fest. Fast 90 Prozent berichteten «mittelschwere bis starke Auswirkungen» durch die Lungenkrankheit. Die Hälfte müsse ihre Geschäftsziele für das Jahr anpassen. Die EU-Kommission rechnet mit negativen Folgen des Coronavirus: «Wir werden Auswirkungen haben», sagte EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni. Für eine seriöse Vorhersage sei es aber noch zu früh.

Quelle: dpa