Deutschland strebt diplomatische Vertretung in Afghanistan an

Die letzten deutschen Diplomaten haben Afghanistan verlassen. Es kann aber sein, dass welche zurückkehren, um die Gespräche aufrecht zu erhalten.

Heiko Maas
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Doha (dpa) - Deutschland strebt auch nach der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban in Afghanistan eine diplomatische Vertretung in der Hauptstadt Kabul an - aber nur unter bestimmten Bedingungen. «Wenn es politisch möglich wäre und wenn die Sicherheitslage es erlaubt, dann sollte auch Deutschland in Kabul wieder eine eigene Botschaft haben», sagte der deutsche Außenminister Heiko Maas bei einem Besuch im Golfemirat Katar (Foto), der letzten Station seiner viertägigen Reise in Sachen Afghanistan-Krise. Zurzeit sei man in enger Abstimmung vor allem mit den europäischen Partnern zu diesem Thema.

Maas betonte aber auch, dass eine diplomatische Vertretung keine Anerkennung einer Taliban-Regierung bedeute. «Es geht im Moment nicht um die Frage der völkerrechtlichen Anerkennung», sagte er. «Es geht um die Lösung ganz praktischer Probleme.»

Die Bundesregierung hatte nach der Machtübernahme der Taliban die Botschaft in Kabul geschlossen. Alle Diplomaten haben inzwischen das Land verlassen. Botschafter Markus Potzel verhandelt derzeit in Doha, der Hauptstadt des Golfemirats Katar, mit den Taliban über die Ausreise Schutzsuchender aus Afghanistan. Dort haben die Taliban ihr politisches Büro, das quasi als Außenministerium fungiert.

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