„Europa wird sich nicht erpressen lassen“

Der Europapolitiker Manfred Weber verlangt ein Einlenken Großbritanniens im Streit über einen Handelspakt mit der Europäischen Union.

Manfred Weber
dpa

London/Brüssel (dpa) - Der CSU-Europapolitiker Manfred Weber verlangt ein Einlenken Großbritanniens im Streit über einen Handelspakt mit der Europäischen Union nach dem Brexit. «Europa wird sich nicht erpressen lassen», sagte Weber der Deutschen Presse-Agentur vor der nächsten Verhandlungsrunde an diesem Dienstag. «Wenn die britische Regierung einen No-Deal will, dann wird sie einen solchen bekommen.» sagte Weber, der die Fraktion der Europäischen Volkspartei im Europaparlament führt.

Großbritannien ist zwar bereits Ende Januar aus der EU ausgetreten, aber noch bis Jahresende Mitglied im Binnenmarkt. Verhandelt wird über einen Handelspakt für die Zeit danach. Gelingt kein Vertrag, könnte es Anfang 2021 zum harten wirtschaftlichen Bruch mit Zöllen und anderen Handelshemmnissen kommen.

Besonders strittig sind Themen wie Fischerei, Regeln zur Wirtschaftsförderung oder Strafverfolgung. Die EU pocht auf gleiche Wettbewerbsbedingungen bei Umwelt- und Sozialstandards sowie staatlichen Subventionen. Großbritannien wehrt sich gegen jede Einschränkung, diese Regeln selbst zu bestimmen.