Maas besorgt über Lage in Hongkong

Angesichts der zunehmenden Proteste in der asiatischen Finanzmetropole Hongkong ruft der deutsche Außenminister zur Zurückhaltung auf.

Bundesaußenminister Heiko Maas bei der Abreise in die Vereinigten Staaten.
Bundesaußenminister Heiko Maas bei der Abreise in die Vereinigten Staaten. dpa

New York (dpa) - Bundesaußenminister Heiko Maas hat sich besorgt über die angespannte Lage in Hongkong gezeigt. «Die Dinge eskalieren immer mehr. Deswegen kann man nur appellieren, dass sich alle Seiten zurücknehmen», sagte er am Dienstag bei einem Besuch in New York. «Wichtig wird für uns allerdings auch bleiben, dass das Recht auf freie Meinungsäußerung nicht beeinträchtigt wird.»

In der einstigen britischen Kronkolonie Hongkong kommt es seit mehr zwei Monaten immer wieder zu massiven Protesten, die regelmäßig mit Ausschreitungen enden. Auslöser der Demonstrationen war ein - inzwischen auf Eis gelegter - Gesetzentwurf der Regierung zur Auslieferung mutmaßlicher Krimineller an China. Die Proteste entwickelten sich zu einer breiteren Bewegung. Viele Menschen befürchten einen zunehmenden Einfluss Pekings auf das Leben in der Finanzmetropole und fordern demokratische Reformen.

Am Dienstag brachte die Hongkonger Protestbewegung den Flughafen den zweiten Tag in Folge zum Stillstand. Etliche Flüge fielen aus - von 16.30 Uhr (Ortszeit) an stellte der Betreiber des Flughafens, einem zentralen Drehkreuz für Langstreckenflüge über China und Südostasien, dann sogar den Check-In-Service für alle restlichen Flüge des ganzen Tages ein. Tausende Protestler besetzten wie schon am Vortag die Ankunfts- und Abflughallen und behinderten Fluggäste zum Teil massiv.