Für starke Frauen in der Wirtschaft

Sie bringt Vielfalt in die deutsche Gründerszene: Unternehmerin, Investorin und Autorin Tijen Onaran.

Für buntere Startups: Unternehmerin Tijen Onaran
Für buntere Startups: Unternehmerin Tijen Onaran picture alliance/dpa

Politikerin, Pressesprecherin, Unternehmerin, Investorin, Autorin – Tijen Onaran hat Erfahrung in vielen Bereichen. Eine gleicht sich überall: In der Arbeitswelt begegneten ihr vor allem Männer. Onaran, die 1985 in Karlsruhe geboren wurde und deren Eltern aus der Türkei stammen, setzt sich für mehr Diversität in der Wirtschaft ein. 2018 gründete sie Global Digital Women, eine Kombination aus Diversitätsberatungsfirma und internationalem Netzwerk für Frauen aus der Digitalbranche. Zudem investiert sie in Unternehmensgründungen von Frauen.

Unternehmerin und Autorin Tijen Onaran
Unternehmerin und Autorin Tijen Onaran picture alliance/dpa

Frau Onaran, warum engagieren Sie sich für mehr Vielfalt in der Startup-Szene?
Auf meinem Karriereweg war ich in vielen Situationen ausschließlich von Männern umgeben. Oft war ich auch die jüngste und die einzige mit „Migrationsvordergrund“, wie ich es gerne nenne. Ich konnte mich an niemandem orientieren und nahm mir vor, das zu ändern, sobald ich Entscheidungen beeinflussen konnte. Heute verhelfe ich Frauen in der Wirtschaft zu mehr Sichtbarkeit und ermutige sie dazu, ein Startup zu gründen.

Frauen entwickeln völlig neue Geschäftsmodelle und Unternehmen werden umsatzstärker.

Tijen Onaran, Unternehmerin

Was machen Frauen als Unternehmerinnen denn anders?
Frauen denken und handeln anders, sie haben Ideen, die Männer nicht haben. Sie entwickeln völlig neue Geschäftsmodelle und Unternehmen werden umsatzstärker. Diversität ist deshalb ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Wenn es selbstverständlich ist, Frauen in machtvollen Positionen zu sehen, führt das mittelfristig auch zum Aufbrechen verkrusteter Rollenbilder und zu mehr gesellschaftlicher Chancengleichheit.

Hat die deutsche Startup-Szene das schon verinnerlicht?
Deutschland hat ein wenig gebraucht, bis Diversität zu einem Thema wurde. In den vergangenen Jahren hat sich aber viel getan: Es spielt heute eine Rolle, wie viele Mitarbeitende unterschiedlichen Geschlechts, unterschiedlicher Nationalität und so weiter in einem Unternehmen arbeiten. Der nächste Schritt: Es muss auch über Inklusion und Belonging gesprochen werden – die Menschen müssen sich zugehörig fühlen. Ein wichtiges Instrument für mehr Diversität sind Quoten und Zielvorgaben. Noch wichtiger ist aber, dass Unternehmen verstehen, welch großen Wettbewerbsvorteil diverse Teams bedeuten, dass sie Umsatz und Rendite bringen – und dass Diversität großen Spaß macht.

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