Sophie Scholl
Frauen, die Deutschland bewegen

Mutig, stark, schlau

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Anne Frank

Anne Frank – wenn Worte überleben

Als Anne vier Jahre alt war, floh die jüdische Familie Frank vor den Nationalsozialisten in die Niederlande. Nachdem die deutsche Wehrmacht auch dort angriff und das Land besetzte, mussten sich die Franks in einem Hinterhaus verstecken. Dort schrieb Anne in ihr Tagebuch: über ihre Träume, über ihr Leben im Versteck, über das Verliebtsein und die Jugendzeit. Nach zwei Jahren wurde die Familie in ihrem Versteck gefunden und inhaftiert.

Anne Frank starb im Frühjahr 1945 wenige Wochen vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Konzentrationslager Bergen-Belsen. Sie wurde nur 15 Jahr alt. Ihre Worte, ihre Geschichten, ihr rot-weiß kariertes Tagebuch aber überdauerten den Krieg, wurden in mehr als 70 Sprachen übersetzt und machten das Mädchen aus Frankfurt weltberühmt.

Oh ja, ich will nicht umsonst gelebt haben wie die meisten Menschen. Ich will den Menschen, die um mich herum leben und mich doch nicht kennen, Freude und Nutzen bringen. Ich will fortleben, auch nach meinem Tod.

Anne Frank, 5. April 1944
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Sophie Scholl

Sophie Scholl – hat für ihre Überzeugung ihr Leben riskiert

„FREIHEIT“ – diese acht Buchstaben schrieb Sophie Scholl auf die Rückseite ihrer Anklageschrift. Erst Jahrzehnte nach ihrem Tod wird die letzte Nachricht auf ihrer Akte entdeckt.

Sophie Scholl wuchs gutbehütet in Baden-Württemberg auf. Als die Nationalsozialisten an die Macht kamen, war sie erst zwölf Jahre alt. Genau wir ihr Bruder Hans Scholl begeisterte sie sich anfangs für die Hitlerjugend, wandte sich aber bald von der Ideologie der Nationalsozialisten ab. Beide schlossen sich als Jugendliche der gewaltfreien Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ an. Am 18. Februar 1943 verteilten Sophie und ihr Bruder heimlich Flugblätter vor den Hörsälen der Ludwigs-Maximilians-Universität in München. Sophie rannte in den zweiten Stock und warf eine Handvoll Flugblätter in den Lichthof. Ein Hausmeister erwischte die Geschwister und übergab sie an die Gestapo. Vier Tage später wurden beide hingerichtet.

So ein herrlicher Tag, und ich soll gehen. Aber was liegt an unserem Leben, wenn wir es damit schaffen, Tausende von Menschen aufzurütteln und wachzurütteln.

Sophie Scholl am Tag ihrer Hinrichtung
Sophie Scholl
dpa
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Alice Schwarzer

Alice Schwarzer – sagt, was sie denkt, und sagt es laut

Ihre Großeltern nannte sie Mama und Papa. Ihre Großmutter war politisch aktiv, ihr Großvater kümmerte sich um die kleine Alice. Die traditionellen Rollenbilder hat diese Familie schon damals durchbrochen. Alice Schwarzer, Jahrgang 1942, ist Journalistin, Publizistin, Feministin und eine der kontroversesten Persönlichkeiten Deutschlands. In den 1970er-Jahren kämpfte sie unter dem Motto „Mein Bauch gehört mir“ gegen restriktive Abtreibungsgesetze. Zum Welterfolg wurde ihr Buch „Der kleine Unterschied und seine großen Folgen“, in dem sie Sexualität ohne Machtverhältnisse forderte. Seit 1977 gibt sie die feministische Zeitschrift „EMMA“ heraus.

Frauen begnügen sich nicht länger mit der Hälfte des Himmels, sie wollen die Hälfte der Welt.

Alice Schwarzer
Alice Schwarzer
dpa
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Bärbel Bohley

Bärbel Bohley – die Frau, die es schon ahnte

Die Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley war eine der Führungsfiguren der friedlichen Revolution in der DDR. Sie wurde verhaftet, aus der DDR abgeschoben und kam zurück. Bärbel Bohley war Mitbegründerin der „Initiative Frieden und Menschenrechte“ sowie des „Neuen Forums“, zentrale Gruppen der Oppositionsbewegung in der DDR. Außerdem unterzeichnete sie den Aufruf „Die Zeit ist reif“, in dem ein gesellschaftlicher Wandel in der DDR gefordert wurde.

So, jetzt können wir gehen, jetzt ist alles gelaufen. Die Revolution ist unumkehrbar.

Bärbel Bohley nach den Demonstrationen auf dem Berliner Alexanderplatz am 4. November 1989 – vier Tage vor dem Fall der Mauer.
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Christiane Nüsslein-Volhard

Christiane Nüsslein-Volhard – wollte es immer ganz genau wissen

Fruchtfliegen machten Christiane Nüsslein-Volhard berühmt. Den kleinen Insekten verdankte die Tübinger Genetikerin den Nobelpreis für Medizin im Jahr 1995. An Fruchtfliegen erforschte sie, wie sich aus einer Eizelle Insekten entwickeln. Nüsslein-Volhard wurde 1942 in der Nähe von Magdeburg geboren und wuchs in Frankfurt am Main auf. Schon früh interessierte sie sich für Biologie. Prägend waren ihre Ferienaufenthalte auf dem Bauernhof ihrer Großeltern: Als Zwölfjährige kannte sie alle Blumen, Büsche und Bäume im Garten – damals sehr ungewöhnlich für ein Mädchen. Heute ist sie Vorbild für Frauen in der Forschung und fördert mit der Christiane Nüsslein-Volhard-Stiftung junge Wissenschaftlerinnen mit Kindern.

Ich möchte die Natur verstehen, ich möchte wissen, wie es dazu gekommen ist, dass etwas so ist, und zwar genau und nachprüfbar und nicht geglaubt oder kulturell eingeprägt.

Christiane Nüsslein-Volhard
Christiane Nüsslein-Volhard
dpa
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