So leben Kinder in Deutschland

Wie der Staat dafür sorgt, dass Kinder ein gutes Leben führen können.

Kinderrechte sollen ins Grundgesetz aufgenommen werden.
Kinderrechte sollen ins Grundgesetz aufgenommen werden. Halfpoint - stock.adobe.com

Rund 10,5 Millionen Kinder leben in Deutschland, das sind 12 Prozent der Bevölkerung. Die meisten leben in einer Familie mit verheirateten Eltern und haben mindestens einen Bruder oder eine Schwester.

Betreuung ab dem Kleinkindalter

Weil oft beide Eltern berufstätig sind, werden immer mehr Kleinkinder in Kindertagesstätten betreut. Seit 2013 hat jedes Kind ab dem Alter von einem Jahr einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Fast 820.000 Kinder unter drei Jahren besuchen eine Tageseinrichtung – in den östlichen Bundesländern viel häufiger als im Westen. Spätestens mit drei Jahren ist es Zeit für den Kindergarten, denn regelmäßige soziale Kontakte sind für die Entwicklung wichtig.

Quick facts
10,5
Millionen Kinder

gibt es derzeit in Deutschland. Das sind 12 Prozent der Bevölkerung.

6
Jahre

ist das übliche Alter zur Einschulung.

18
Jahre

ist der Beginn der Volljährigkeit.

70
Prozent

der Kinder haben verheirateten Eltern.

26
Prozent

sind Einzelkinder.

19
Prozent

wachsen bei einem alleinerziehenden Elternteil auf.

40
Prozent

der Kinder unter fünf Jahren haben einen Migrationshintergrund.

Mindestens neun Jahre Schule

Der Ernst des Lebens beginnt für Kinder in Deutschland mit sechs Jahren. In diesem Alter werden die meisten eingeschult. Im Schuljahr 2019/20 gab es rund 733.000 Schulanfänger. Der erste Schultag ist für alle ein großer Tag, der in der Familie gefeiert wird. Jedes Kind bekommt einen Schulranzen, ein Mäppchen mit Stiften und eine Schultüte, die mit Süßigkeiten und kleinen Geschenken gefüllt ist. In Deutschland gilt Schulpflicht. Jedes Kind muss mindestens neun Jahre lang eine Schule besuchen.

Das deutsche Schulsystem

Internationale Kindheit in Deutschland

Deutschland ist vielfältig. Und diese Vielfalt spiegelt sich auch in den Familien wider. Laut Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend lebt heute fast jedes dritte Kind in einer Familie, in der mindestens ein Elternteil selbst eingewandert ist oder eine ausländische Staatsbürgerschaft besitzt. Knapp 4,1 Millionen Kinder wachsen mit mehr als einer Sprache und Kultur auf.

Für Familien, die als Expats nach Deutschland gekommen sind oder Schülerinnen und Schüler, deren weitere schulische oder berufliche Zukunft im Ausland geplant ist, sind Internationale Schulen eine interessante Option. Die Lehrpläne und Abschlüsse orientieren sich an der Schulform des jeweiligen Herkunftslandes, deshalb unterscheiden sie sich oft stark vom deutschen Schulsystem. Unterrichtet wird vor allem in Englisch oder der Sprache des Heimatlandes. Mittlerweile gibt es deutschlandweit zahlreiche internationale Schulen, und die dort erworbenen Abschlüsse werden auch an vielen deutschen Universitäten anerkannt.

Kinderrechte stärken

Doch Schule ist nicht alles. Wie sieht das Kinderleben sonst aus? Kinder haben ein Recht auf eine gewaltfreie Erziehung, das steht seit 2000 im Grundgesetz. Zudem hat Deutschland vor fast 30 Jahren die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen ratifiziert. Damit verpflichtet sich das Land, für das Wohlergehen aller Kinder zu sorgen und ihre Rechte zu schützen: Sie sollen gut versorgt und in Würde aufwachsen. Dazu gehört auch, ihre Meinung zu respektieren und Mitbestimmung zu ermöglichen. In Deutschland wird schon lange diskutiert, die Kinderrechte auch im Grundgesetz zu verankern. Dass das nun geschehen soll, hat die Bundesregierung im Koalitionsvertrag beschlossen.

UN-Kinderrechtskonvention

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