100 Jahre „Frankfurter Schule“

Horkheimer und Adorno begründeten im Institut für Sozialforschung die Kritische Theorie.

100 Jahre „Frankfurter Schule“
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Frankfurt/Main (dpa) – Der Blick auf die Gesellschaft wurde von hier aus grundlegend verändert: Vor 100 Jahren wurde in Frankfurt das Frankfurter Institut für Sozialforschung (IfS) gegründet. Was zunächst ein „ganz klar ein marxistisches Forschungsinstitut“ war, wie der heutige Direktor Stephan Lessenich erklärt, wurde im Laufe der Zeit zu einem Ort „sozialphilosophisch ausgerichteten Gesellschaftskritik“, wie sich das Institut selbst beschreibt. Das Haus direkt gegenüber dem naturkundlichen Senckenberg-Museum ist untrennbar mit den Namen Theodor W. Adorno und Max Horkheimer, aber auch Jürgen Habermas verbunden.

Unter Horkheimer formte das Institut die Kritische Theorie, die auch als Frankfurter Schule bezeichnet wird. Sie widmet sich der kritischen Untersuchung der Gesellschaft mit dem Ziel, mündigen Bürgern ein selbstbestimmtes Leben in Freiheit zu ermöglichen. 1933 schlossen die Nazis das Institut, 1949 kehrten die Forscher aus dem Exil in New York und Genf nach Frankfurt zurück. Im Mittelpunkt der Forschungen stand seither die Frage, wie es zur Machtergreifung der Nazis kommen konnte, wie man Demokratie fördern kann und was sie gefährdet. Künftig will sich das Institut intensiv damit beschäftigen, wie sich die Widersprüche in modernen Gesellschaften auflösen lassen, etwa zwischen Ökonomie und Ökologie. Zunächst aber feiert das Institut seinen 100. Geburtstag mit einem großen Festakt am 23. Januar 2023.