Baerbock auf COP27: „Rückschritte beim Klimaschutz inakzeptabel“

Beim Weltklimagipfel in Sharm el-Sheikh  verhandelt die Staatengemeinschaft weiter über konkrete Schritte gegen die Klimakrise.

Annalena Baerbock
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Sharm el-Sheikh  (dpa) - Rückschritte beim Klimaschutz wären für die Europäische Union laut der deutschen Außenministerin Annalena Baerbock bei der Klimakonferenz in Ägypten inakzeptabel. „Schlimmer als kein Ergebnis wäre ein Ergebnis, den Konsens von Glasgow und von Paris aufzuweichen, zu verwässern oder gar zurückzudrehen“, sagte Baerbock am Freitag im ägyptischen Sharm el-Sheikh  mit Bezug auf Ergebnisse früherer Klimakonferenzen. „Darauf können wir uns als Europäische Union nicht einlassen.“

Baerbock sagte: „Es wird ein intensiver Tag, wahrscheinlich auch eine intensive Nacht. Es liegt noch eine Strecke vor uns, aber keine der noch offenen Fragen ist unlösbar, wenn wir ehrlich bereit sind, gemeinsam für uns alle voranzukommen.“ Noch seien die Bemühungen zur Begrenzung des Temperaturanstiegs auf der Erde auf 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen zu gering. „Diese Klimakonferenz darf keine verlorene Klimakonferenz sein.“

Für die Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad seien die nächsten zehn Jahre entscheidend, betonte Baerbock. Die Vorschläge der EU zum weiteren Weg bei der Minderung des Treibhausgas-Ausstoßes, mit jährlichen Berichtspflichten der Staaten, bänden vor allem die Industriestaaten selbst. „Weil wir wissen, dass wir seit 2015, seit Paris, eben nicht genug getan haben bei der Minderung“, sagte sie unter Bezug auf die Pariser Klimakonferenz. „Kein Geld der Welt könnte die Schäden und Verluste der Zukunft bezahlen, wenn wir jetzt kein ambitioniertes Minderungsprogramm haben.“ Manche Länder würden von ihren Schulden fast erdrückt, sagte Baerbock. Deshalb werbe man auch hier für Lösungen.