Deutsche und Russen diskutieren über Zusammenarbeit

Russland-Experte Klaus Mangold sagte vor dem Wirtschaftsforum in St. Petersburg, dass an einem Dialog kein Weg vorbeiführe. Auch Präsident Putin will sich äußern.

Putin
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St. Petersburg (dpa) - Beim internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg wollen deutsche und russische Wirtschaftsvertreter sowie Politiker Möglichkeiten einer Zusammenarbeit auch in Zeiten massiver politischer Spannungen ausloten.

Zu einer Diskussionsrunde über eine Energie-Zusammenarbeit sind an diesem Freitag etwa die Vorstandschefs von Siemens Energy, OMV, Uniper und Wintershall Dea angekündigt. Erwartet werden auch der Unternehmensberater und frühere CDU-Politiker Friedbert Pflüger sowie der Linken-Bundestagsabgeordnete Klaus Ernst.

Dabei sollen auch Reizthemen wie die zunehmenden autoritären Tendenzen in Russland angesprochen werden. Der Russland-Experte und Manager Klaus Mangold sagte vorab in einem Podcast der deutsch-russischen Auslandshandelskammer (AHK), dass an einem Dialog auch in Zeiten politischer Spannungen kein Weg vorbeiführe. Dabei kritisierte er eine «Sprachlosigkeit» der deutschen Politik, die sich nicht mehr ausreichend um Russland kümmere.

«Wir müssen uns intensiver mit Russland beschäftigen», sagte Mangold mit Blick auf Unternehmen, die den russischen Markt nicht aus dem Blick verlieren sollten. Es trage nicht zur Stärkung Europas bei, wenn Russland ins Abseits gedrängt werde, mahnte der frühere Chef des Ostausschusses der Deutschen Wirtschaft.

Am Haupttag des noch bis Samstag angesetzten Forums wird sich der russische Präsident Wladimir Putin mit Unternehmern und mit Vertretern der Weltpresse treffen. In einer Rede vor den Teilnehmern des Forums werde der Kremlchef auch über die wirtschaftliche und soziale Lage in Russland sprechen, sagte sein Sprecher Dmitri Peskow.