documenta eröffnet

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat in Kassel eine der weltweit wichtigsten Schauen moderner Kunst eröffnet.

Opening Documenta 15
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Kassel (dpa) - Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat in Kassel eine der weltweit wichtigsten Schauen moderner Kunst eröffnet. Die documenta, die es seit 1955 in Kassel gibt, gilt neben der Biennale in Venedig als weltweit bedeutendste Ausstellung zeitgenössischer Kunst. Sie wird nur alle fünf Jahre veranstaltet. Zur 15. Ausgabe hat das kuratierende Kollektiv Ruangrupa 14 Kollektive, Organisationen und Institutionen sowie 54 Künstlerinnen und Künstler ausgewählt. Diese haben weitere Kolleginnen und Kollegen eingeladen. Insgesamt sind laut Veranstalter 1500 Kunstschaffende vertreten.

Im Mittelpunkt der diesjährigen documenta steht nicht das Werk, sondern Kunst als kollektiver Prozess. Das Konzept des Kollektivs Ruangrupa fußt auf der indonesischen Lumbung-Architektur. „lumbung“ ist in dem Inselstaat das Wort für eine gemeinschaftlich genutzte Reisscheune, in der die überschüssige Ernte zum Wohle der Gemeinschaft gelagert wird. Diese Tradition des Teilens will die Künstlerische Leitung auf die Weltkunstausstellung in Kassel übertragen.

Zur Eröffnung hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auch auf die Grenzen der Kunstfreiheit hingewiesen, denn dem indonesischen Kuratorenkollektiv Ruangrupa war vorgeworfen worden, auch Organisationen einzubinden, die den kulturellen Boykott Israels unterstützten oder antisemitisch seien. Kritik an israelischer Politik sei erlaubt. „Doch wo Kritik an Israel umschlägt in die Infragestellung seiner Existenz, ist die Grenze überschritten“, sagte Steinmeier.