Entsetzen über Anschlag in Halle

Nach dem Anschlag auf eine Synagoge bekunden Politiker aus Deutschland und dem Ausland ihre Solidarität.

Entsetzen über Anschlag in Halle
dpa

Berlin (dpa) - Der deutsche Außenminister Heiko Maas hat mit Fassungslosigkeit auf den Anschlag auf eine Synagoge in der ostdeutschen Stadt Halle an der Saale reagiert. «Warum geschieht das in unserem Land? Unserem Land! Zwei unschuldige Menschen wurden brutal ermordet - wie entsetzlich und sinnlos», schrieb er am Donnerstag auf Twitter.

«Ich bin es leid, immer wieder entsetzt und erschüttert sein zu müssen. Wann hört das auf?», fragte Maas. Antisemitismus und Fremdenhass dürften keinen Platz in unserer Gesellschaft haben. «Es ist beschämend, diesen Satz so oft sagen zu müssen in Deutschland. Und es ist unerträglich, dass die jüdische Gemeinde an ihrem höchsten Feiertag einem solchen Angriff ausgesetzt ist. In Deutschland! 2019!»

Steffen Seibert, Sprecher der deutschen Regierung, schrieb bei Twitter: «Unsere Solidarität gilt allen Jüdinnen und Juden am Feiertag Yom Kippur, unser Dank den Sicherheitskräften, die noch im Einsatz sind.» Die deutsche Regierungschefin Merkel habe sich von Innenminister Horst Seehofer und Reiner Haselhoff, dem Ministerpräsidenten des betroffenen Bundeslands Sachsen-Anhalt, über die Lage nach dem Anschlag informieren lassen.

Am Mittwochabend nahm die Kanzlerin an einer Solidaritätsveranstaltung an einer Synagoge in Berlin teil. Das deutsche Staatsoberhaupt Frank-Walter Steinmeier besuchte am Donnerstag den Tatort des Anschlags. Er trug einen Kranz zu der Synagoge in Halle. Bürger legten am Marktplatz Blumen und Kerzen nieder. Auch in anderen deutschen Städten versammelten sich Menschen in der Nähe von Synagogen und gedachten der Toten.

Solidaritätsbekundungen kamen auch aus dem Ausland. Es seien «entsetzliche Nachrichten über zwei Tote und einen Angriff auf eine Synagoge in Halle - heute an Jom Kippur», teilte das österreichische Staatsoberhaupt Alexander Van der Bellen über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Sein Mitgefühl sei bei den Opfern, ihren Angehörigen und ihren Freundinnen und Freunden. «Wir müssen alles tun, damit Jüdinnen und Juden in Sicherheit leben können», betonte der Bundespräsident. UN-Generalsekretär António Guterres ließ über einen UN-Sprecher sein «tiefstes Beileid» aussprechen.

Ein schwerbewaffneter mutmaßlicher Rechtsextremist hatte am Mittwoch versucht, in die Synagoge einzudringen und dort unter Dutzenden Gläubigen ein Blutbad anzurichten. Sein Versuch scheiterte, woraufhin er vor der Synagoge und danach in einem nahen Döner-Imbiss zwei Menschen erschossen und mindestens zwei weitere verletzt haben soll.