Immer mehr hoch qualifizierte Zuwanderer

Mit der Blauen Karte der EU kommen vor allem Inder, Chinesen und Russen zum Arbeiten nach Deutschland.

Immer mehr hoch qualifizierte Zuwanderer
BASF

Nürnberg (dpa) - Die Zahl der Hochqualifizierten, die über die Blaue Karte der EU nach Deutschland gekommen sind, ist im vergangenen Jahr weiter gestiegen. Insgesamt seien vergangenes Jahr 31.220 Nicht-EU-Ausländer mit Hilfe einer Blauen Karte in die Bundesrepublik gekommen, 14,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor, teilte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) am Freitag in Nürnberg mit.

«Seit der Einführung vor acht Jahren steigen die Erteilungszahlen bei der Blauen Karte EU stetig an», sagte Andrea Schumacher, Vize-Präsidentin des Bundesamts. Deutschland liege in der Beliebtheit unter den EU-Ländern deutlich vorne. Seit Einführung seien stets mehr als 82 Prozent der Erteilungen Blauer Karten in Europa auf die Bundesrepublik entfallen.

Die Blaue Karte der Europäischen Union wurde in Deutschland 2012 eingeführt. Sie gewährt zunächst befristetes Aufenthalts- und Arbeitsrecht für Hochqualifizierte - Voraussetzung ist ein Hochschulabschluss, eine Arbeitsplatzzusage in Deutschland sowie ein bestimmtes Mindesteinkommen.

Im Jahr 2019 war ein Viertel aller Blauen Karten an Inder vergeben worden, gefolgt von Chinesen, Russen und Türken. Nur etwa jede vierte Blaue Karte geht an eine Frau. Die meisten Akademiker wandern nach Bayern ein (21,3 Prozent), gefolgt von Baden-Württemberg (16,2), Nordrhein-Westfalen (15,8) und Berlin (14,7).

Wer mindestens fünf Jahre in Deutschland gelebt und gearbeitet hat, kann eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung erhalten. Diese Möglichkeit schöpften im vergangenen Jahr dem Bundesamt zufolge 2410 Menschen aus - fast 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch die Zahl der Aufenthaltstitel in der Forschung, für Studenten und für Mitarbeiter von in Deutschland tätigen Unternehmen gehe weiter nach oben.

Der Zuzug von Fachkräften ist ein erklärtes Ziel Deutschlands. Der Mangel an Fachkräften wurde unter anderem von der Bundesagentur für Arbeit als entscheidendes Wachstumshemmnis definiert.