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KI-Tool aus den USA alarmiert Deutschlands Cyberbehörde

Ein KI-Modell des US-Unternehmens Anthropic spürt Sicherheitslücken in Software auf. Deutschlands Cybersicherheitsbehörde warnt vor den Folgen. 

11.04.2026
Auf einem Smartphone ist das Anthropic-Logo zu sehen, im Hintergrund die Webseite von Project Glasswing
Neue Anthropic-KI „Mythos“ © picture alliance / NurPhoto | Samuel Boivin

Berlin (dpa, d.de) - Das US-Unternehmen Anthropic hat mit „Claude Mythos" ein KI-Modell vorgestellt, das eigenständig Schwachstellen in Software aufspüren kann. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) rechnet mit erheblichen Auswirkungen auf die Cyberbedrohungslage. 

„Wir stehen zu Claude Mythos mit dem Hersteller Anthropic im Austausch“, teilte BSI-Präsidentin Claudia Plattner mit. Ihre Behörde habe das neue Tool zwar bisher nicht testen können. Im persönlichen Gespräch mit den Entwicklern habe man jedoch Einblick in die Funktionsweise gewinnen können. 

Anthropic erklärte, Mythos habe tausende schwerwiegende Schwachstellen gefunden – darunter in jedem viel genutzten Betriebssystem und Webbrowser. Mit dem schnellen Fortschritt bei Künstlicher Intelligenz sei davon auszugehen, dass solche Fähigkeiten bald auch Online-Angreifern zur Verfügung stehen könnten. 

Um dem zuvorzukommen, hat Anthropic die Kooperation „Projekt Glasswing" gestartet. Konzerne wie Apple, Amazon und Microsoft erhalten Zugang zu Mythos, um Sicherheitslücken in ihrer Software zu finden und zu schließen. Anthropic plant nicht, das Tool öffentlich zugänglich zu machen. 

Das BSI nehme die Ankündigungen von Anthropic sehr ernst und erwarte „Umwälzungen im Umgang mit Sicherheitslücken und in der Schwachstellenlandschaft insgesamt“, sagte Plattner. „Daraus wiederum ergeben sich Fragen nationaler und europäischer Sicherheit und Souveränität.“