Maas eröffnet Botschaft in Libyen

Nach Jahren des Bürgerkriegs sucht Libyen einen Weg zum Frieden. Um Vertrauen in diesen Prozess zu signalisieren, eröffnet Deutschland wieder eine Botschaft in Tripolis.

Heiko Maas
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Tripolis (dpa) - Bundesaußenminister Heiko Maas ist zu einem Kurzbesuch in Libyen eingetroffen, um den Friedensprozess in dem nordafrikanischen Land nach vielen Jahren des Bürgerkriegs zu unterstützen. «Die ehemaligen Konfliktparteien haben erkannt, dass es keine gewaltsame Lösung für Ihr Land geben kann», sagte der SPD-Politiker am Donnerstag vor seiner Ankunft in der Hauptstadt Tripolis. «Die internationale Gemeinschaft und die Vereinten Nationen haben mit konzertierter Diplomatie dazu beigetragen, dass sich die Tür für eine bessere Zukunft Libyens geöffnet hat.»

Anlass der Reise ist die Neueröffnung der deutschen Botschaft in Tripolis. Im Juli 2014 waren alle deutschen Diplomaten aus Tripolis abgezogen worden. Die deutsche Vertretung für Libyen wurde vorübergehend in Tunis untergebracht. «Heute wollen wir mit der Wiedereröffnung zeigen, dass Deutschland ein engagierter Partner Libyens ist und bleibt. Wir wollen wieder vor Ort eine Stimme in der libyschen Hauptstadt haben», sagte Maas.

Libyen war nach dem Sturz von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 in einem Bürgerkrieg versunken, an dem zahlreiche Milizen beteiligt sind. Seit dem vergangenen Jahr gilt jedoch eine Waffenruhe. In diesem Frühjahr wurde unter UN-Vermittlung eine Übergangsregierung gebildet, die das Land zu Wahlen am 24. Dezember führen soll. Deutschland hat in dem seit einem Jahrzehnt andauernden Konflikt eine Vermittlerrolle übernommen.

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